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Gloria (2012)

Spanisch-Chilenisches Drama: Die 60-jährige Gloria beginnt eine neue Beziehung mit dem gerade getrennten Rodolfo - der allerdings große Probleme hat, mit seiner Vergangenheit abzuschließen...User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4.4 / 5

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Gloria (Paulina García) ist fast 60 Jahre alt, geschieden und hat zwei erwachsene Kinder. Sie ist eigentlich ganz zufrieden mit ihrem Leben. Sie geht alleine aus, tanzt gerne und ist aufgeschlossen. Dennoch wünscht sie sich manchmal etwas Gesellschaft. Ihre Kinder sind längst mit ihrem eigenen Leben beschäftigt, die einzige regelmäßige Besucherin ist die felllose Katze des Nachbarn. Eines Tages lernt sie Rodolfo (Sergio Hernández) kennen, der gerade sein Leben radikal verändert hat. Er hat viel Gewicht verloren, sich von seiner Frau getrennt und will nun endlich das Leben führen, nach dem er sich immer gesehnt hat. Gloria scheint die richtige Frau für ihn zu sein. Doch die Vergangenheit loszulassen ist nicht einfach: Regelmäßig rufen Rodolfos erwachsene Töchter und seine Ex-Frau in der selbstverständlichen Erwartungen an, er werde sich um alles kümmern. Das belastet die wachsende Beziehung zu Gloria.

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Filmkritik

Mit "Gloria" liefert Regisseur Sebastián Lello ein hervorragend gespieltes und eindrucksvolles Porträt einer Frau ab, die ihre Sehnsucht nach Liebe mit Stärke zu vereinbaren weiß. Im Gegensatz zu dem Ex-Marina-Angehörigen Rodolfo und ihrem Ex-Mann ist Gloria mit sich und ihrer Vergangenheit im Reinen. Sie hat die Scheidung verarbeitet, die Enttäuschungen verkraftet und steht nun einer neuen Chance mit Rodolfo gegenüber. Mit ihm könnte sie die Gefühle erleben, die in den Liedern besungen werden, die sie immer hört. Tatsächlich verläuft anfangs alles gut. Sie erleben aufregende Dinge, haben tollen Sex und er liest ihr sogar Gedichte vor. Doch er will sie nicht seinen Kindern vorstellen – oder schafft es wenigstens, ihre Anrufe zu ignorieren.

Dabei drückt Paulina Garcías nuanciertes Spiel, das ihr völlig zurecht den Darstellerpreis bei der Berlinale einbrachte, Glorias Gefühle aus. Auf der einen Seite wünscht sie sich, dass diese Beziehung funktioniert und sie eine gemeinsame Zukunft haben. Aber sie kann auf der anderen Seite die ständigen Zurückweisungen nicht hinnehmen. Paulina García lässt Glorias Gefühlsleben auf der Leinwand sichtbar werden. Dabei lässt sich Sebastián Lello in seiner Regie von seiner Hauptdarstellerin leiten und unterstützt ihr Spiel mit einer beiläufigen Inszenierung. In „Gloria“ ist Sex zwischen über 50-Jährigen selbstverständlich, wird Glorias Sehnsucht durch das Mitsingen von Liedern gezeigt. Dadurch entsteht eine große Nähe zu dieser Figur, die voller Hoffnung und Mut ist. Außerdem entsteht niemals der Eindruck, Gloria brauche diese Beziehung. Ihr Leben als Single ist manchmal mühsam und einsam. Aber sie ist nicht verzweifelt auf der Suche nach einem Mann. Vielmehr wird sie auch eine weitere Enttäuschung verkraften. Denn Gloria ist eine starke Frau.

Fazit: "Gloria" ist ein beeindruckendes gespieltes und mitreißendes Porträt einer fast 60-jährigen Frau – ein Höhepunkt der Berlinale.




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Land: Chile, Spanien
Jahr: 2012
Genre: Drama
Länge: 110 Minuten
FSK: 12
Kinostart: 08.08.2013
Regie: Sebastián Lelio
Darsteller: Paulina Garcia, Sergio Hernández, Coca Guazzini
Verleih: Alamode Film

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