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Get Lucky - Sex verändert Alles
Get Lucky - Sex verändert Alles
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Kritik: Get Lucky - Sex verändert Alles (2019)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Die Comic-Zeichnerin, Autorin, Regisseurin und Musikerin Ziska Riemann ("Lollipop Monster", "Electric Girl") liefert mit ihrer neuen Arbeit "Get Lucky – Sex verändert alles" eine Coming-of-Age-Komödie, die ganz auf spaßige Unterhaltung setzt. Das Drehbuch, das sie zusammen mit O'neil Sharma und Madeleine Fricke geschrieben hat, bietet zahlreiche one-liner und turbulente Situationen, die mit Schwung präsentiert werden. Dabei erinnert der Film zuweilen an französische Werke wie "La Boum – Die Fete" (1980) oder "LOL (Laughing Out Loud)" (2008).

Erfreulich ist vor allem der freimütige Umgang mit Sexualität im jungen Erwachsenenalter. Während insbesondere US-Teen-Comedys wie "American Pie" (1999), aber auch deutsche Vertreter wie "Harte Jungs" (2000) in all ihrer Albernheit furchtbar verklemmt wirken und nicht selten das Thematisieren von Sex mit dem Abrutschen in plumpen Sexismus verwechseln, geht "Get Lucky" angenehm locker mit seinem Sujet um. Da die von Palina Rojinski verkörperte Tante Ellen, bei der das adoleszente Sextett den Insel-Urlaub verbringt, eine Sexologin nach dem Vorbild der Autorin und Psychotherapeutin Ann-Marlene Henning ist, findet nebenbei immer wieder eine Auseinandersetzung mit sexuellen Fragen statt. Die Einbindung dieser Passagen in die Geschichten der sechs Hauptfiguren ist sehr stimmig geraten.

Schwächer fällt wiederum die Gestaltung des Personals aus: Aaron, Mehmet, Hannah, Julia, David und Emma bleiben im Endeffekt Stereotype, wie man sie schon allzu oft im Kino gesehen hat. Ihre Entwicklung hält kaum Überraschungen bereit. Das junge Ensemble spielt sympathisch und furchtlos – etwas mehr Background wäre indes vonnöten gewesen, um mit den Figuren wirklich mitfiebern zu können.

Fazit: Eine Teenagerkomödie um Liebe und Sex, deren Stärke in ihrer offen-unverkrampften Art liegt. Die Figurenzeichnung bleibt hingegen etwas zu oberflächlich.




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