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Wir waren Könige (2014)

Deutsches Thrillerdrama: In einer namenlosen deutschen Metropole fühlen sich die Mitglieder eines Sondereinsatzkommandos wie die heimlichen Könige der Stadt. Zunehmend verwischen die Grenzen zwischen den Kriminellen und den "SEKi's".Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4.6 / 5

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Ein Sondereinsatzkommando der Polizei stürmt eine Wohnung, die drei Kriminellen als Hauptquartier dient. Der vermeintliche Routineeinsatz endet in einer Katastophe: Zwei Verbrecher werden erschossen, während ein Dritter fliehen kann. Einer der SEK-Beamten wird so schwer verletzt, dass er ins Krankenhaus auf die Intensivstation muss. Die beiden SEK-Gruppenleiter Kevin (Ronald Zehrfeld) und Mendes (Misel Maticevic) stehen jetzt noch stärker unter der Beobachtung ihres Vorgesetzten Harthmann (Thomas Thieme). Innerhalb der Polizei ist das sich immer mehr wie ein Staat im Staat gebährdende SEK immer stärker isoliert. Die Situation spitzt sich zu, als zwei SEK-Beamte erschossen aufgefunden werden. In der zunehmend eskalierenden Situation inmitten eines Sumpfes von Bandenkriegen, Korruption, mafiösen Strukturen und Polizeigewalt kommt ausgerechnet dem 13-jährigen Nasim (Mohammed Issa) eine Schlüsselrolle zu.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse4 / 5

Bereits der Auftakt zu Philipp Leinemanns Polizei-Thriller "Wir waren Könige" ist für einen deutschen Film ungewöhnlich düster und dynamisch. Dreckig-düster geht es auch weiter. Die Farbpalette ist weitestgehend auf kalt-schmutzige Grau- und Brauntöne reduziert. Das Geschehen spielt sich überwiegend an tristen urbanen Nicht-Orten ab: deprimierende Wohnsilos, verlotterte Hinterhöfe, schäbige Kaschemmen, verranzte Hinterzimmer, siffige Sozialwohnungen. Der äußeren Tristess entspricht die innere Verrohung und Verwarlosung. Desillusionierte Jugendbanden jagen Jungen, die kaum dem Kinderalter entstiegen sind. Polizisten vertreten nicht mehr das Gesetz, sondern schalten und walten nach eigenem Gutdünken und zur Sicherung persönlicher Vorteile. Kinder werden zu Mördern, weil sie es können. Polizisten werden zu Killern, weil auch sie es können.

"Wir waren Könige" ist eine angenehme Überraschung innerhalb der deutschen Thrillerlandschaft. Statt Gut gegen Böse steht hier Grau gegen Grau. In dem komplexen Treiben werden die Karten auf überraschende Weise immer wieder neu gemischt. Philipp Leinemann ist ein Thriller geglückt, wie er hierzulande weiterhin rar ist und wie man ihn gerne häufiger sehen würde. Statt penetrantem Gutmenschentum und perfekter Wiederherstellung des Status Quo, erblickt man menschliche Abgründe und moralische Dilemma. Das ist nicht nur spannender als ein TV-Abendkrimi. Es ist auch wesentlich interessanter und sehr lebensnah. Leider fährt Leinemann den größten Teil der Laufzeit seines eindreiviertel Stunden langen Thrillerdramas mit leicht angezogener Handbremse. Überall, wo es wirklich abgründig und böse oder richtig schmierig und dreckig wird, da sieht der Filmemacher lieber nicht ganz so genau hin. Er verpasst dabei nicht einfach nur gewisse Schauwerte. Auch die Dramatik der Geschichte wäre noch verstärkt worden, wenn diese an sich drastischen Momente adäquat ins Bild gesetzt worden wären.

Fazit: "Wir waren Könige" ist ein richtig gelungener deutscher Polizei-Thriller. Er hätte jedoch sogar noch besser werden können, hätte man nicht offenbar erneut ein wenig zu sehr auf die Zweitauswertung im Fernsehen geschielt.




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Land: Deutschland
Jahr: 2014
Genre: Thriller
Länge: 107 Minuten
FSK: 16
Kinostart: 27.11.2014
Regie: Philipp Leinemann
Darsteller: Frederick Lau als Jacek, Ronald Zehrfeld als Kevin, Misel Maticevic als Mendes
Verleih: Summiteer Film

Zusatzinformation

Weltpremiere auf dem Filmfest München 2014

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