oder

Sonnwende (2013)

Deutsches Drama: Die angehende Abiturientin Anja wird nach einer ausgelassenen Partynacht von einem Auto angefahren, trägt allerdings nur leichte Verletzungen davon. Dennoch gerät ihre Welt nach diesem Ereignis vollkommen aus den Fugen: undefinierbare Schmerzen, Panikattacken und Wahnvorstellungen nehmen mehr und mehr Überhand...Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3.1 / 5

Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 35 Besucher eine Bewertung abgegeben.


Die letzten Abiturprüfungen sind noch nicht beendet, und doch ist Anja (Roxane Duran) wie viele ihrer Mitschüler schon jetzt in ausgelassener Feierstimmung. Nach einer der üblichen Partynächte wird die junge Frau allerdings in einen Unfall verwickelt, der sie vollkommen aus der Bahn wirft. Obwohl sie Glück im Unglück hat und mit leichten Verletzungen davonkommt, bemerkt sie schon bald seltsame Veränderungen an sich. Immer wieder wird sie von undefinierbaren Schmerzen befallen und muss zudem Panikattacken und lückenhafte Erinnerungen an den verhängnisvollen Abend über sich ergehen lassen. Ihr Verstand scheint verrückt zu spielen, ohne dass Anja sagen könnte, warum. Während sie zunächst versucht, ihr Befinden zu verdrängen, zeigt sich ihr Umfeld zunehmend besorgter und muss hilflos mitansehen, wie sich Anjas psychischer Zustand weiter verschlechtert.

Bildergalerie zum Film

SonnwendeSonnwendeSonnwendeSonnwendeSonnwende


Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse4 / 5

Auch wenn das von Judith Angerbauer und Bernhard Landen gemeinsam geschriebene und inszenierte Seelendrama mehrfach allgemeine Ängsten junger Menschen angesichts neuer Lebensperspektiven anklingen lässt, ist diese durchaus spannende Thematik nur eine Begleiterscheinung der dargebotenen Ereignisse. Vielmehr erzählt der Film eine durch und durch persönlich gefärbte Leidensgeschichte, die auf ein tiefergehendes Trauma zurückzuführen ist. Das deuten bereits recht früh die wiederholt eingestreuten Erinnerungen an den schicksalhaften Partyabend an, die zunächst zwar sehr bruchstückhaft ausfallen, den Zuschauer aber doch dafür sensibilisieren, dass der Autounfall alleine nicht die Ursache für Anjas dramatischen Zustand sein kann.

Behutsam, aber eindringlich fangen die beiden Regisseure den schleichenden Verfallsprozess der Protagonistin ein. So unterstreichen lichtdurchflutete und mitunter sehr dynamische Bilder immer wieder ihren Schockzustand und das zunehmende Taumelgefühl, ohne dass der Film sich zu einer Aneinanderreihung sinnlos-hektischer Szenen auswachsen würde. Ganz im Gegenteil, oft sind es kleine, genau beobachtete Gesten – so etwa ein plötzliches Fingerzucken –, die Anjas umfassende Verunsicherung nach außen kehren. Wie durch einen Schleier scheint sie auf eine Welt zu schauen, die für sie auf einmal nicht mehr greifbar ist. Wenngleich die eigentlich vertraute Umgebung immer bedrohlicher erscheint, will die Hauptfigur ihren seltsamen Panikattacken und Erinnerungsfetzen anfangs nicht auf den Grund gehen. Die Rückfragen ihrer besorgten Eltern (Christine Kättner, Piet Fuchs), ihres Freundes Bene (Conrad Risch) und ihrer besten Freundin Nicole (Lisa Reuter) lässt sie mehrfach ins Leere laufen und untergräbt damit zunächst alle gut gemeinten Hilfsangebote.

Dass man als Zuschauer nie den Anschluss an die traumatisierte Protagonistin verliert, ist in erster Linie Hauptdarstellerin Roxane Duran zu verdanken, die wie ein aus der Welt gefallenes Wesen durch den Film wandelt und den seelischen Zustand ihrer Figur nuanciert und anschaulich zum Ausdruck bringt. Effekthascherische Attitüden sind der jungen Schauspielerin ebenso fremd wie dem übrigen Ensemble, das sich in den glaubwürdigen und authentischen Rahmen des Films perfekt einzufügen versteht. Kleinere Schwächen offenbart "Sonnwende" im letzten Drittel. Hier gerät die Handlung bisweilen etwas fahrig und hätte durchaus ein bisschen mehr inhaltliche Substanz vertragen können. Die finale Auflösung der Ereignisse vermag den Zuschauer zwar zu erschüttern, wirkt letztlich aber auch ein wenig plump.

Fazit: Eindringlich inszeniertes Seelendrama, dessen überzeugende Hauptdarstellerin kleine erzählerische Schwächen in den Hintergrund treten lässt.




TrailerAlle anzeigen

Zum Video: Sonnwende

Filminfos & CreditsAlles anzeigen

Land: Deutschland
Jahr: 2013
Genre: Drama
Länge: 90 Minuten
Kinostart: 12.12.2013
Regie: Judith Angerbauer, Bernhard Landen
Darsteller: Roxane Duran, Piet Fuchs, Christine Kättner
Verleih: Zorro Film

Verknüpfungen zum FilmAlle anzeigen





Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.