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Pets
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© Universal Pictures International Germany

Kritik: Pets (2016)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Gleich mit ihrem ersten Projekt, der Superschurken-Parodie "Ich – Einfach unverbesserlich", landete die Animationsschmiede Illumination Entertainment einen Hit, der von Kritik und Publikum gleichermaßen gefeiert wurde. Auch die Nachfolgeproduktionen ließen einen gewissen Charme erkennen, konnten qualitativ aber nicht wirklich an den starken Vorgänger anknüpfen. Gut zu beobachten war dies zuletzt am Beispiel des heiß erwarteten "Minions"-Films, der den kleinen, gelben Helfern aus dem "Ich – Einfach unverbesserlich"-Universum ein nur mittelmäßig unterhaltsames eigenes Abenteuer bescherte. Eine klare Umkehrung des Trends ist auch mit dem neuesten Werk aus dem Hause Illumination Entertainment nicht in Sicht, obwohl der Familienspaß "Pets" eine knackig-reizvolle Prämisse zu bieten hat.

Was machen Haustiere, wenn sie allein sind, wenn ihre Besitzer durch die Tür treten und erst abends wieder zurückkehren? Diese spannende Frage liegt dem von Chris Renaud ("Ich – Einfach unverbesserlich 1+2") und Yarrow Cheney inszenierten Animationsfilm zugrunde und bietet den Machern zunächst ausreichend Gelegenheit, auf amüsante Weise in den geheimen Alltag der animalischen Mitbewohner einzutauchen. In Abwesenheit von Frauchen und Herrchen können die Tiere endlich richtig Party machen und sich ihren verborgenen Leidenschaften hingeben. So wie ein vornehmer Pudel, der jegliche Zurückhaltung ablegt und sich von deftigen Heavy-Metal-Klängen treiben lässt. Während einer großen Erkundungstour durch ein New Yorker Mietshaus bekommt der Zuschauer allerhand lustige Details geboten, die teilweise schon im Trailer zu sehen waren.

Auf die gewitzte Einführungsrunde folgt dann allerdings ein wenig origineller Action-Plot, der den Terrier Max (Originalstimme: Louis C.K./deutsche Stimme: Jan Josef Liefers) und den Neufundländer Duke (Eric Stonestreet/Dietmar Bär) quer durch den Big Apple führt. Entspannende oder emotionale Momente treten dabei hinter zum Teil überhektischen Verfolgungsjagden und aufgekratztem Gebrabbel zurück, wobei vor allem der dauerimpulsive Antagonist Snowball (Kevin Hart/Fahri Yardim) mit seinen martialischen Parolen negativ hervorsticht. Gelang es in "Ich – Einfach unverbesserlich" noch irrwitzige Slapstick-Einlagen mit echten Gefühlen und liebevoll gezeichneten Figuren zu verbinden, will in "Pets" die Ausleuchtung der Protagonisten nicht recht gelingen. Max, Duke und ihre Freunde sind sicherlich alles andere als unsympathisch. Szenen, die den Haustieren mehr Profil verleihen sollen, wirken in den meisten Fällen aber nur wie Pflichtaufgaben der Drehbuchautoren.

Für ein zumindest phasenweise unterhaltsames Filmerlebnis reicht es dennoch, da die Regisseure die konventionell gestrickte Geschichte ein ums andere Mal mit amüsanten Einfällen anreichern. Ein gutes Beispiel ist der verspielt-surreale Abstecher in eine Wurstfabrik. Oder aber der abenteuerliche Abstieg in die Kanalisation, den der mit allen Wassern gewaschene Basset Pops (Dana Carvey/Dieter Hallervorden) souverän anführt. Positiv fallen auch die farbenfrohen Bilder und die markante Gestaltung des Handlungsortes auf. Gigantische Hochhäuser und tiefe Straßenschluchten vermitteln den Eindruck eines echten Großstadtdschungels, der aus der immer wieder eingenommenen Tierperspektive umso überwältigender erscheint. Als ein spektakulärer Höhepunkt erweist sich gleich zu Anfang der mitreißend-schwindelerregende Flug durch die herbstlich leuchtende Metropole, der von Taylor Swifts kraftvollem Song "Welcome to New York" begleitet wird.

Fazit: Trotz ansprechender Animationsarbeit und witziger Einfälle schöpft "Pets" sein Potenzial nicht aus. Schuld daran ist vor allem eine schablonenhafte Handlung, die überdrehte Actionszenen echten Emotionen vorzieht.





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