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Belle & Sebastian - Hauptplakat
Belle & Sebastian - Hauptplakat
© Ascot © 24 Bilder

Kritik: Belle & Sebastian (2013)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

"Belle and Sebastian" ist der zweite Spielfilm des Doku-Filmers Nicolas Vanier, der hier eine populäre französische Kinderbuch-Reihe für die große Leinwand adaptierte. Aus den Büchern wurde Mitte der 60er-Jahre eine TV-Serie, die auch in Deutschland zu sehen war. Vanier verlagerte die Handlung von den 60ern in die 40er-Jahre und erweiterte seinen stark bebilderten Kinderfilm damit um "schwere Themen" wie Zweiter Weltkrieg, Verfolgung und Flucht. Heraus kommt ein visuell prachtvoller Film, dem man die Doku-Herkunft seines Regisseurs anhand der opulenten Landschaftsaufnahmen und harmonischen Bildsprache deutlich ansieht. Am Ende will der Film aber mit seiner Ausweitung auf die Geschichts-Thematik zuviel und gerät dadurch ein wenig zerfahren und überfrachtet.

"Belle and Sebastian" ist ein ruhig inszenierter, wunderschön bebildeter Kinderfilm, der vor allem durch seine atemberaubenden Natur-Aufnahmen und Berg-Kulissen überzeugt. Regisseur Vanier gelingt es problemlos, die Natur ganz im Einklang mit Mensch und Tier zu zeigen. Gefilmt wurde in der historischen Region der französischen Landschaft Savoyen. Inmitten dieser beeindruckenden Natur siedelt Vanier seine kindgerechte, warmherzige Geschichte von der Freundschaft zwischen dem kleinen Sebastian (großartig in der Rolle des unbekümmerten Jungen: Debütant Félix Bossuet) und dem großen weißen Hund Belle an. Der Regisseur behält über die gesamte Laufzeit das schlichte Muster der Kind-Tier-Freundschaft als erzählerischen roten Faden bei und geht hier keine dramaturgischen Experimente ein. Ganz zu schweigen von dem politisch-historischen Kontext, dessen sich Vanier zusätzlich bedient um noch mehr Tiefe zu erreichen und mehr an Emotion beim Zuschauer wachzurütteln.

Doch an dieser Stelle will Vanier deutlich zu viel. Es genügt ihm nicht, einen mit faszinierenden Bildern ausgestatteten Kinderfilm um Freundschaft und Zusammenhalt zu stricken. "Belle and Sebastian" soll gleichzeitig noch als packendes Geschichts-Drama fungieren, das den jungen Zuschauern komplexe Themen wie Flucht, Besatzung und Zweiter Weltkrieg näher zu bringen hat. Dadurch wirkt der Film überkonstruiert, künstlich aufgebauscht und überladen. Das ist schade, da die großartigen Bilder von der abgelegenen, unwirtlichen Alpen-Kulisse und die zwar ein wenig kitschige aber rührende Geschichte um die zwei Hauptfiguren spielend ausgereicht hätte, das Werk als mitreißenden Kinderfilm alleine zu tragen.

Fazit: Opulente Landschaftsaufnahmen und die atmosphärischen Naturbilder trösten neben einer rührenden, kindgerechten Story über die zusätzlich eingebaute politisch-historische Rahmenhandlung hinweg, die zu sehr ausgeschmückt wird.





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