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Kritik: Endless Love (2013)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

1979 erschien Scott Spencers gleichnamiger Bestseller, zwei Jahre später eine äußerst kritisch aufgenommene Leinwandversion mit Brooke Shields und Martin Hewitt in den Hauptrollen. Anders als diese Verfilmung, die trotz Abweichungen den düsteren Anklängen des Romans Rechnung trägt, löst sich Shana Festes nun vorgelegte Adaption komplett von ihrer Vorlage. Bis auf die Namen und grobe Konfliktlinien ist nicht viel geblieben von dem, was Spencers Werk zu einer ambivalenten Reflexion über das Wesen der Liebe macht. Leider, muss man sagen, denn die Neuinterpretation präsentiert sich als zahnlose, hübsch bebilderte Foto-Lovestory, die um kein Klischee verlegen ist und selbst das anvisierte Teenager-Publikum nur bedingt zufrieden stellen dürfte.

Die beiden attraktiven Hauptdarsteller trifft dabei noch die geringste Schuld. Gabriella Wilde und Alex Pettyfer sind durchaus bemüht, die große Leidenschaft zwischen David und Jade glaubhaft zu vermitteln, können ihren Figuren aber auch nicht mehr Profil verleihen, als es das recht banale Drehbuch zulässt. Ein dynamischer junger Mann aus einfachen Verhältnissen, ein schönes Mädchen aus gutem Hause und eine übermächtige Vaterfigur, die dem jungen Glück von Anfang an im Weg steht – die Zutaten von "Endless Love" sind aus anderen Liebeserzählungen bestens bekannt, erfahren trotzdem keinerlei spannende Variation.

Ohne große Überraschungen plätschert das eher belanglose Geschehen vor sich hin. Nebenfiguren wie Davids eifersüchtige Ex-Freundin sind bloße Lückenfüller, die zu keinem Zeitpunkt eigene Entfaltungsmöglichkeiten bekommen. Die Konflikte dienen vor allem dazu, das Happy End hinauszuzögern, und stammen stets aus der Mottenkiste des Genres. Beispielhaft für die Vorhersehbarkeit des romantischen Dramas ist die Szene, in der Jades Vater den Freund seiner Tochter im Wissen um dessen problematische Vergangenheit fortlaufend beleidigt, um so einen Gewaltausbruch zu provozieren. Was der Zuschauer umgehend erfasst, wird unnötig in die Länge gezogen und kann, beim besten Willen, keine emotionale Wirkung entfalten.

Neben dem lieblos zusammengeschusterten Drehbuch krankt der dritte Spielfilm der US-Regisseurin Shana Feste auch an einer übertrieben kitschigen Inszenierung, die stellenweise sogar in parodistische Gefilde abzudriften droht. Überdeutlich etwa in der ersten gemeinsamen Nacht des jungen Paares, die als Montage gezeigt wird und nicht auf vollkommen abgegriffene Elemente wie ein loderndes Kaminfeuer im Hintergrund verzichten kann. Auch wenn der überschwängliche Gefühlshaushalt der Protagonisten auf diese Weise anschaulich nach außen gekehrt wird, hätte man sicher etwas weniger platte Bilder für die aufflammende Liebe finden können.

Fazit: Alles in allem ist die äußerst freie Romanadaption "Endless Love" eine große Enttäuschung, da das romantische Drama sein klassisches Thema einfallslos abhandelt und durchgehend an der Oberfläche verweilt. Attraktive Hauptdarsteller, Hochglanz-Bilder und allerhand Klischees sind noch lange keine Garanten für einen glaubwürdig-mitreißenden Liebesfilm.





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