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Am Sonntag bist du tot
Am Sonntag bist du tot
© Ascot © 24 Bilder

Kritik: Am Sonntag bist du tot (2013)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 5 / 5

"Am Sonntag bist du tot" ist der zweite gemeinsame Film von Charaktermime Brendan Gleeson und Regisseur John Michael McDonagh. Ihre erste Zusammenarbeit war die von der Kritik begeistert aufgenommene schwarze Komödie "The Guard" von 2011, während dessen Dreh bereits das Skript zu "Am Sonntag bist du tot" entstand. "Am Sonntag bist du tot" weist den Iren Brendan Gleeson abermals als charismatischen, feinfühligen Charaktermimen aus, der Film ist wie schon "The Guard" durchzogen von Sarkasmus und schwarzem Humor. "Am Sonntag bist du tot" findet gekonnt die Balance zwischen tragischen und witzigen Momenten und hält darüber hinaus berauschend schöne Bilder von der irischen Landschaft bereit.

Seinem Hang zum schwarzen Humor und makabren Scherzen zu ersten Themen wie Tod und Krankheit, bleibt Regisseur McDonagh auch bei seinem neuesten Film treu. Dabei kommt der Witz nicht ganz so bissig und gehässig rüber wie es noch bei "The Guard" der Fall war, was jedoch nicht heißt, dass der Film nicht voll wäre von schnippischen, höhnischen Kommentaren zu einigen der wesentlichen Fragen von Religion und der Menschheit im Allgemeinen: Gibt es einen Gott? Und wenn ja, wieso lässt er Leid, Kriege und Terror auf der Welt geschehen? Das Erzähltempo des Films ist langsam und ruhig, der Film lässt sich Zeit, seinen charismatischen Hauptdarsteller als tief im Glauben verwurzelten Mann Gottes darzustellen, der trotz allen Unglücks in der Welt (und trotz einer direkten Androhung von Mord), den Glauben an das Gute im Menschen nicht verloren hat. Brendan Gleeson verkörpert den Priester mit viel Einfühlungsvermögen und Eindringlichkeit.

Der Film spielt seine größten Stärken ab dem Zeitpunkt aus, ab dem sich Lavelle im Dorf umhört und sich selbst auf die Suche nach dem Unbekannten macht. Im Laufe der Gespräche mit den übrigen Dorfbewohnern bzw. im Zuge seiner "Ermittlungen" deutet sich nach und nach an, dass die Bewohner des kleinen Dorfes nämlich so harmlos und brav wie vermutet gar nicht sind. Sei es der grobkörnige Fleischer, der geizige Großgrundbesitzer oder der faule Polizeiinspektor: sie alle entlarvt Regisseur McDonagh als zynische, verbitterte Dörfler, die mit Themen wie Gott oder Religion nicht viel am Hut haben. Desweiteren besticht "Am Sonntag bist du tot" durch die betörend hübschen Landschaftsaufnahmen und Postkarten-Panoramen der irischen Landstriche und Gegenenden um Dublin und County Sligo, im Nordwesten des Landes. Beim Betrachten der malerisch gelegenen Buchten und der epischen Gebiete voller Wälder, Seen und steiler Berge, bekommt man große Lust, den nächsten Urlaub in dem kleinen Inselstaat am Atlantik zu verbringen.

Fazit: Schwarzhumorige Tragikomödie mit ausgeglichener Balance aus schwermütigen und heiteren Tönen, ausgestattet mit einem herausragenden Hauptdarsteller und prachtvollen Landschaftsaufnahmen.




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