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Magic in the Moonlight
Magic in the Moonlight
© Warner Bros.

Kritik: Magic in the Moonlight (2014)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

In unserer heutigen unbeständigen Zeit zählt der New Yorker Filmemacher Woody Allen zu den letzten verlässlichen Konstanten. Bereits seit Jahrzehnten schüttelt der Hobby-Jazzer Jahr für Jahr genau einen neuen Film aus dem Handgelenk. Seine über ein halbes Jahrhundert währende Berufserfahrung sorgt dafür, dass hierbei erstaunlich viel Klasse in die Masse gelangt. Ab und an gelingt dem bekennenden Stadtneurotiker dabei sogar ein echtes Meisterwerk. Das letzte liegt mit "Blue Jasmin" nur ein Jahr zurück. Da wäre es ein wenig viel erwartet, sich von "Magic in the Moonlight" gleichfalls meisterliche Qualitäten zu erhoffen. Doch der New Yorker Intellektuelle enttäuscht weder die Gesetze der Statisk, noch verprellt er seine eingeschworenen Fans. Woody Allens neuester Streich ist nicht viel mehr, als solide Handwerkskost. Allerdings ist dies das gediegene Handwerk eines Mannes, der mehr Erfahrung in seinem Metier, als die meisten anderen vorzuweisen hat.

So ist "Magic in the Moonlight" von seiner Machart her tatsächlich meisterlich. Die Ausstattung ist ein Traum, jede einzelne Kameraeinstellung sitzt perfekt, alle Rollen sind hochklassig besetzt. Im Zentrum der Handlung überzeugt das Paar aus Colin Firth ("The King's Speech") und Emma Stone ("The Amazing Spiderman"). Firth ist herrlich als der ewig grantelnde Stanley Crawford, dessen zynische Kommentare ätzend wie Säure sind. Stone bildet als die so sensible, wie mysteriöse Sophie Baker das perfekte Gegenstück zu dem desillusioniertem Misanthrophen. Ihre Beziehung ist ein klassischer Allen-Konflikt. Dieser spiegelt des Filmemachers eigene innere Auseinandersetzung zwischen seiner zynische Seite und seinem Glauben an die Magie (der Kunst) wider. Allerdings ist all dies dem Allen-Kenner nur zu vertraut. Hier spult der Meister einfach ein paar alte Standards aus seinem umfassenden Ideen-Fundus ab. Das ist nett, aber auch nicht viel mehr.

Fazit: Direkt folgend auf sein Meisterwerk "Blue Jasmin" verströmt Woody Allens diesjähriger Film "Magic in the Moonlight" lediglich ein Aroma gediegener Routine.





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