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Mistress America
Mistress America
© Fox Searchlight Pictures

Kritik: Mistress America (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Auch Noah Baumbachs neuester Streifen widmet sich wieder einmal ganz der jungen New Yorker Mittelklasse sowie deren alltäglichen Problemen und Sinnkrisen. Wie schon im Erfolgsfilm "Frances Ha" (2012) hat Baumbach zudem erneut gemeinsam mit Greta Gerwig das Drehbuch verfasst – und wie gut diese Zusammenarbeit funktioniert, beweist "Mistress America" eindrucksvoll.

Scharfzüngige Dialoge, starke Nebenfiguren und nicht zuletzt die glaubwürdigen Hauptdarstellerinnen machen aus dieser leichtfüßigen Screwball-Komödie ein kurzweiliges Vergnügen. Vor allem Greta Gerwig als unbeschwerte Lebefrau Brooke darf ihr komödiantisches Talent in zahlreichen Szenen unter Beweis stellen. Die interessantere Figur ist dabei allerdings doch die der jungen Tracy, die von Lola Kirke nuanciert gespielt wird und das Herz des Films ausmacht.

Bei allen Qualitäten, über die "Mistress America" sicherlich verfügt, reicht die Komödie doch nicht ganz an "Frances Ha" heran. Das Tempo stimmt zwar und schlägt nach einem beinahe hektischen Auftakt zum Finale hin auch nachdenklichere Töne an, doch die lebhafte Energie sowie die melancholische Reflexion der Generation Y, die Baumbachs beste Werke ausmachen, fehlen hier. "Mistress America" wirkt wie das Werk eines erfahrenen Regisseurs, der seine Stärken kennt und seine Wohlfühlzone hier zu keinem Moment verlässt. Sehenswert ist das zwar allemal, aber ein wenig mehr Wagemut hätte dem Film sicherlich gut getan.

Fazit: Noah Baumbachs "Mistress America" ist eine leichtfüßige Screwball-Komödie, die dank scharfzüngiger Dialoge, starker Nebenfiguren sowie der beiden Hauptdarstellerinnen bestens unterhält. Dennoch schwächelt der wenig wagemutige Film im Vergleich zu Baumbachs lebhafterem "Frances Ha" ein wenig.





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