VG-Wort
Die Domain Spielfilm.de verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Durch die Nutzung unserer Seite erklärst Du Dich damit einverstanden. Weitere Cookie-Informationen findest Du hier.

Ok, einverstanden!

oder
Manolo und das Buch des Lebens
Manolo und das Buch des Lebens
© 20th Century Fox

Kritik: Manolo und das Buch des Lebens (2014)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Der farbenfrohe Animationsfilm, der von Guillermo del Toro produziert wurde, macht sein Publikum mit dem mexikanischen Tag der Toten und seinen Hintergründen vertraut. Die fantasievolle Geschichte, die sich der Regisseur und Drehbuchautor Jorge R. Gutierrez ausdachte, spielt sowohl in der Welt der Lebenden, als auch im Reich der Verstorbenen. Das Ergebnis ist keineswegs traurig-melancholisch, sondern so bunt und fröhlich, wie die Mexikaner das Fest der Toten feiern. Allerdings wirkt die Handlung auch reichlich verworren und dürfte kleine Zuschauer eher irritieren.

Der Ort San Angel ist Schauplatz einer ziemlich konventionellen Coming-of-Age-Geschichte. Manolo und Joaquin sollen jeweils in die Fußstapfen ihrer Väter treten und von Maria wird erwartet, dass sie eine schöne Ehefrau abgibt. Die drei aber lernen, der Stimme des eigenen Herzens und Gewissens zu folgen, statt nur zu tun, was andere sagen. Stierkämpfe, Mariachi-Musik und die Angst vor Banditen-Überfällen, tapfere Männer und anmutige Frauen – das kennzeichnet im Wesentlichen die Welt der Lebenden. Die Toten wohnen in zwei verschiedenen Ländern, je nachdem, ob sie zu den Glücklichen gehören, an die sich noch jemand erinnert, oder nicht. In La Muertes kunterbuntem Reich herrscht Fiestastimmung, in Xibalbas Land der Vergessenen ist alles grau. Auf seinem Trip ins Jenseits begegnet Manolo auch noch dem ominösen Kerzenmacher mit seinem Buch des Lebens, was die Geschichte schon reichlich kompliziert macht. Außerdem ist all das in eine Rahmenhandlung mit fünf Kindern eingebettet: Sie bekommen Manolos Abenteuer bei einem Museumsbesuch erzählt, der sie mit der mexikanischen Kultur vertraut machen soll. Vor allem der Wechsel der Schauplätze vom Dies- ins Jenseits und die Allgegenwart La Muertes und Xibalbas wirken verwirrend, denn das Erzähltempo ist flott und komplizierte Twists werden mit knappen Behauptungen in die Welt gesetzt.

Die detailreiche Bildgestaltung mit ihren lebhaften Farben taucht Manolos Abenteuer in eine eigentümlich feierliche Atmosphäre. Ähnlich wie das Fest der Toten selbst verbindet der visuelle Stil makabre und fröhliche Elemente. Die meisten Charaktere sind Holzfiguren mit eckigen Zügen und erinnern an ein Marionettentheater. Der schräge, naturgemäß auch unheimliche Aspekt der Geschichte wird durch die üppig-naive Optik ins Verspielte gekehrt. Es bleibt allerdings fraglich, ob dieser Film den Geschmack von Kindern trifft. Dafür wirkt die Geschichte auch zu unlogisch und bemüht in ihrem Versuch, die Parallelwelten der Lebenden und der Toten sinnvoll zu verbinden.

Fazit: Der kunterbunte, quirlig-fantasievolle Animationsfilm nimmt das Publikum mit auf Entdeckungsreise in mexikanische Jenseitsvorstellungen und den als Volksfest gefeierten Tag der Toten. Die komplizierte Geschichte mit Lebenden, Verstorbenen und Gottheiten, die auch ins Land der Toten führt, überzeugt allerdings weniger als die opulente Bildgestaltung.





Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.