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Zwischen Welten
Zwischen Welten
© Majestic Filmverleih GmbH

Kritik: Zwischen Welten (2014)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

"Zwischen Welten" ist ein starker deutscher Beitrag zum Afghanistankonflikt. Sowohl Jesper, als auch Tarik stehen zwischen den Welten, wenn auch von verschiedenen Seiten her. Der Film ist eher ein im Krieg spielendes Drama, als ein klassischer Kriegsfilm. Er überzeugt aufgrund der guten Schauspieler als ein Charakterdrama. Es gelingt dem Film gut die verschiedenen Sichtweisen der unterschiedlichen Parteien zu vermitteln. Im Gegensatz zu einem typischen Hollywoodfilm sind die Soldaten keine makellosen Strahlemänner und Retter, die gekommen sind, um in einem unterentwickelten Land einmal so richtig aufzuräumen und die dortige Bevölkerung ein wenig am Segen der westlichen Zivilisation teilhaben zu lassen. Ganz im Gegenteil weist der Anführer der Arbaki-Milizen Jesper in einer Schlüsselszene darauf hin, dass zwar ständig neue ausländische Einsatztruppen kommen, um ihnen zu helfen, diese jedoch allesamt viel zu kurz blieben, um das Land wirklich verstehen zu lernen. Er sagt: "We say you have got the watch, but we have got the time."

Obwohl der Film insgesamt gelungen ist, hat er auch einige unübersehbare Schwächen. Feo Aladags Inszenierung wird dem Kinoformat nicht wirklich gerecht, sondern bewegt sich auf leicht gehobenen TV-Niveau. Dem offensichtlich angestrebten realistischen Ausdruck wiederum läuft entgegen, dass einige Szenen recht unplausibel sind. Auch ist es verwunderlich, dass in einem Film, der sich in seiner stärkeren Differenzierung insgesamt deutlich von vergleichbaren Hollywood-Produktionen absetzt, immer wieder melodramatische Momente vorkommen, die von einem der typischen Drehbuch-Kochbücher aus den USA angeregt zu sein scheinen. So bleibt der Gesamteindruck eines Werks mit starken Ansätzen, das aufgrund mangelnder Entschlossenheit und Chuzpe letztendlich doch einiges an Potential verschenkt.

Fazit: Der klar überdurchschnittliche Film hat gute eigene Ansätze, aber nicht die Energie und den Mut diese auch konsequent zu verfolgen.




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