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Planes 2 - Immer im Einsatz
Planes 2 - Immer im Einsatz
© Walt Disney Studios Motion Pictures Germany

Kritik: Planes 2 - Immer im Einsatz (2014)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Am Beispiel des letztjährigen Animationsstreifens "Planes", einem Spin-off von "Cars", zeigte sich einmal mehr die kühle Berechnung, die Hollywood seit jeher beherrscht. Obwohl das optisch ansprechende, inhaltlich aber farblose Flugzeugabenteuer ursprünglich für den DVD- und Blu-ray-Markt entwickelt worden war, bekam es am Ende doch einen Kinostart verpasst, da sich die Macher durch den Verweis auf die "Cars"-Marke ansehnliche Einnahmen versprachen. Eine Rechnung, die im Großen und Ganzen aufging. Immerhin spielte der Film weltweit mehr als das Vierfache seiner Produktionskosten ein. Fast genau ein Jahr später setzt das unvermeidliche Sequel nun zu neuen Höhenflügen an und zeigt sich dabei sogar etwas runder als sein Vorgänger. Gewitzt-anspruchsvolle Animationsunterhaltung sieht allerdings nach wie vor anders aus.

Erzählte der erste Teil noch eine rundum konventionelle Aufsteigergeschichte, gerät der frischgebackene Rennflugstar Dusty Crophopper (Originalstimme: Dane Cook/Synchronstimme: Martin Halm) nun in eine handfeste emotionale Krise. Sein Getriebe, das nicht für sportliche Höchstleistungen ausgelegt ist, macht während eines Trainingsfluges plötzlich Probleme und zwingt den ehemaligen Sprühflieger, seine Sportkarriere vorerst zu beenden. Dusty ist am Boden zerstört und verursacht in seiner ersten Enttäuschung versehentlich einen Unfall, bei dem die Landebahn seines Heimatortes Propwash Junction in Brand gerät. Ein dramatisches Ereignis, das ernsthafte Sicherheitsmängel offenlegt, den kleinen Protagonisten jedoch auf die Idee bringt, sich zum Löschflugzeug umschulen zu lassen.

Stand in "Planes" die Verwirklichung des eigenen Traums im Zentrum des Geschehens, ist es im Nachfolger ein gemeinnütziger Akt, der die Handlung vorantreibt. Anstatt den Kopf in den Sand zu stecken und seiner Rennfluglaufbahn nachzutrauern, entwickelt Dusty schnell den Ehrgeiz, seine Fähigkeiten anderweitig einzusetzen, und übernimmt damit Verantwortung für das von ihm verschuldete Feuer. Regisseur Roberts Gannaway und seine Mitstreiter sind sichtlich bemüht, den kleinen Helden einen differenzierteren Reifeprozess durchleben zu lassen, rauben ihrer Erzählung im letzten Drittel allerdings jegliche emotionale Tiefe. Wie aus dem Nichts lösen sich hier die anfänglichen Schwierigkeiten und Zweifel in Wohlgefallen auf, bloß um ein rundum ausgelassenes Finale zelebrieren zu können. Was kinderfreundlich erscheint, ist letztlich erschreckend mutlos und wirkt aus dramaturgischer Sicht einfach nur falsch und verlogen.

Während die Handlung einmal mehr recht vorhersehbar bleibt (jedenfalls für das erwachsene Publikum), sorgt die Interaktion zwischen Dusty und einigen neu eingeführten Figuren wiederholt für amüsante Abwechslung. Erwähnenswert sind in diesem Zusammenhang vor allem die temperamentvolle Löschfliegerdame Dipper (Julie Bowen/Kathrin Gaube), die den berühmten Neuankömmling fortlaufend anhimmelt, und der indianische Schwertransport-Hubschrauber Windlifter (Wes Studi/Thomas Albus), der mysteriöse Weisheiten zum Besten gibt, wenn er nicht gerade schweigt.

Humortechnisch bewegt sich "Planes 2" leicht über dem Niveau seines Vorgängers und dürfte damit zumindest die kleinen Zuschauer auf seine Seite ziehen. Freilich auch, weil die Animationen – allen voran die handlungstragenden Elemente Wasser und Feuer – durchaus ansehnlich sind (wenngleich sie den Detailreichtum einer Premium-Optik wie etwa in "Drachenzähmen leicht gemacht 2" vermissen lassen) und die rasanten Flugmanöver reichlich Actionspaß garantieren. Einen dritten Teil der Flugzeugreihe braucht die Kinowelt deswegen aber noch lange nicht!

Fazit: Obwohl "Planes 2 – Immer im Einsatz" optisch überzeugt und um etwas mehr erzählerische Differenzierung bemüht ist als sein rundum schematischer Vorgänger, verharrt auch das neue Flugzeugabenteuer aus der Schmiede der DisneyToon Studios im grauen Mittelmaß. Nette, aber selten originelle Animationsunterhaltung, die schnell in Vergessenheit geraten wird.




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