VG-Wort
Die Domain Spielfilm.de verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Durch die Nutzung unserer Seite erklärst Du Dich damit einverstanden. Weitere Cookie-Informationen findest Du hier.

Ok, einverstanden!

oder
Brick Mansions
Brick Mansions
© Universum Film

Kritik: Brick Mansions (2013)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Das Drehbuch verfasste das französische Allround-Talent und ehemalige Regie-Wunderkind Luc Besson ("Nikita", "Im Rausch der Tiefe"), der "Brick Mansions" auch produzierte. Der Film ist ein Remake des französischen Hits "Ghettogangz – Die Hölle vor Paris" aus dem Jahr 2004, der in Fan-Kreisen mittlerweile Kult-Status genießt. "Ghettogangz" thematisierte damals nicht nur erstmalig die Gewalt und den Terror in den französischen Vororten, sondern sorgte auch dafür, dass die Sportart "Parcours" (das Überwinden einer Reihe von Hindernissen als sportlich orientiertes Training) einen enormen Popularitäts- und Bekanntheits-Schub erhielt.

Kein Wunder also, dass David Belle, der als Erfinder dieser Sportart gilt, hier wieder mit dabei ist und für halsbrecherische Stunts sorgt. Mit von der Partie ist auch ein letztes Mal der Darsteller Paul Walker, der wenige Monate nach den Dreharbeiten zu diesem Film bei einem Autounfall im November 2013 ums Leben kam. Dadurch erhält der Film eine außer-gewöhnlich melancholische Note, die ihn zu etwas besonderem macht. Zwar hätte man sich für Walkers Vermächtnis vielleicht etwas Tiefgründigeres oder Emotionaleres gewünscht, letztlich vereint "Brick Mansions" aber all jene Attribute, die Walkers Filme zum Großteil bis zuletzt auszeichneten: wenig Story, viel Action und spektakuläre Stunts. Für Walker-Fans ist "Brick Mansions" in jedem Fall sehenswert.

Wie in vielen Filmen Bessons aus der jüngeren Vergangenheit, spielt eine ausgeklügelte, wendungsreiche Story auch hier weniger eine zentrale Rolle. Vielmehr dient die (zugebebenermaßen etwas hanebüchene und oft gesehene) Handlung vom Cop, der sich undercover irgendeiner Verbrecherbande anschließt, lediglich als Tarnung für die waghalsigen Verfolgungsjagden und Action-Einlagen, die es in sich haben. Diese bilden dann auch klar das Highlight des Films. Vor allem "Parcours"-Erfinder David Belle zeigt beträchtlichen Körpereinsatz und bringt mit seinen Stunts und Sprüngen über riesige Dächer und Mauern, hindurch durch viel zu enge Fenster und vorbei an schier unüberwindbaren Hindernissen, den Zuschauer zum Staunen. Da kann auch Action-Spezi Paul Walker nicht mithalten.

Dieser sorgt mit seiner nach wie vor hohen, charismatischen Leinwand-Präsenz dafür, dass dem Film eine melancholische, bisweilen tragische Note zukommt - stets in dem Wissen, dass Walker hier seinen allerletzten Einsatz in einer Hauptrolle hat. Mit seiner angenehmen, geerdeten und stets bedachten Art, verkörpert er auch in "Brick Mansions" wie so oft in seiner Karriere, den ehrenhaften Kämpfer für Gerechtigkeit und das Gute im Menschen. Und diese Rolle steht ihm einfach brillant. Walker-Fans sind hier im richtigen Film.

Fazit: Trotz einiger Logik-Löcher und einer überraschungsarmen Story, ein würdiger Abschied vom charismatischen Paul Walker, der hier nochmals in seine Paraderolle als aufrechter Kämpfer für Gerechtigkeit schlüpfen darf. Dazu kommen Stunts und Verfolgungsjagden, die den Zuschauer des Öfteren in Staunen versetzen.





Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.