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Es ist kompliziert ..!
Es ist kompliziert ..!
© Studiocanal

Kritik: Es ist kompliziert ..! (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 5 / 5

Romantische Komödien können ja so langweilig und schematisch sein – umso größer wird die Überraschung, wenn eine mal wieder richtig gut gelingt. Der zweite Film des britischen Regisseurs Ben Palmer ("Sex on the Beach") ist spritzig, ideenreich und zum Verlieben lustig, was nicht zuletzt am Drehbuch von Tess Morris liegt. Bis auf den Anfang spielt die ganze Handlung in einer einzigen Nacht, in der es darum geht, das verkorkste Prinzip eines Blind Dates mit dem für Herzensdinge so entscheidenden Zufall zu versöhnen. Nancy und Jack sind beide ein wenig neben der Spur und trachten doch nur danach, alles richtig zu machen. Das ist nicht die beste Voraussetzung für die Stunde der Wahrheit, in der es gerade darum geht, dem inneren Kompass zu folgen.

Die von der Amerikanerin Lake Bell gespielte Nancy ist ein erfrischender komödiantischer Charakter: Sie verfügt über Selbstironie und einen unkaputtbaren Kern, der sie davor bewahrt, an all den Widrigkeiten bei der Männersuche zu verzweifeln. Nancy wirkt stets natürlich, vor allem auch dann, wenn sie wieder einmal irritierend auffällig reagiert. Zum Beispiel fällt ihr absolut nichts ein, was sie Jack sagen könnte, der sie mit seinem Begrüßungsmonolog überrumpelt. Man merkt aber, wie es in ihr rattert: Endlich steht jemand vor ihr, der die gleichen Filme mag wie sie und anscheinend auch über den gleichen, etwas sarkastischen Humor verfügt. So kommt es, dass Nancy auf Jacks Mitteilung, was er beruflich so macht, eilfertig versichert, sie liebe Online-Marketing-Management! Und weil auch Jack eine gemeinsame Ader wittert, steckt er solche Merkwürdigkeiten locker weg. Diese Rolle ist ein Heimspiel für den lustigen, aber gerade nicht quietschfidelen Komödiendarsteller Simon Pegg.

Es gibt viel zu lachen mit diesen beiden im Weinlokal und beim Bowling. Die überaus gelungenen, pointierten Dialoge drehen sich oft um diese tückische Kluft zwischen Soll und Sein, guter und schlechter Figur. Auch die Situationskomik sorgt dafür, dass die Komödie nicht zur Märchenidylle oder zum Klischee gerinnt, sondern stark geerdet bleibt. Im Laufe der Nacht bekommen es beide mit unangenehmen Leuten zu tun, die ihnen schlechte Gefühle bereiten und sie an ihre Grenzen bringen. Bei Nancy ist es die Zufallsbegegnung mit Sean (Rory Kinnear), einem ehemaligen Mitschüler, der sich wie ein Stalker an sie ranschmeißt. Und Jack wird durch Hilary (Olivia Williams), die Frau, von der er sich gerade scheiden lässt, voll in seinen Herzschmerz zurückgeworfen. Aber wenn die beiden zwischendurch mal im heulenden Elend versinken, passiert selbst das unter komischen Umständen, am falschen Platz. So macht Romantik im Kino wirklich Spaß.

Fazit: Die britische Komödie mit Simon Pegg über ein Blind Date, das sich unter falschen Voraussetzungen gut zu entwickeln scheint, verstrickt ihre vom Leben gebeutelten Charaktere in herrlich spritzige Dialoge. Ein wenig anders zu sein, ist oft das einzig Wahre – und so wird diese Geschichte zum Glücksfall für das romantische Genre.





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