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Meine liebe Frau Schildt - Eine Ode an die Grundschule
Meine liebe Frau Schildt - Eine Ode an die Grundschule
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Meine liebe Frau Schildt - Eine Ode an die Grundschule (2013)

Deutsche Doku über eine vor der Pensionierung stehende Grundschullehrerin, ihre aktuelle vierte Klasse und die Erfahrungen und Erinnerungen von Schülern und Lehrerin...Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3.0 / 5

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Der Film ist das Portrait der kurz vorm Ruhestand stehenden Grundschullehrerin Dietlind Schild und ihrer letzten 4. Klasse in der Grundschule Rothestraße in Hamburg Ottensen. Eine Schule, wie es sie überall geben könnte, mit einer Lehrerin, die im Wandel der Pädagogik während der letzten 40 Jahre ihren ganz eigenen Weg gefunden hat. Der Film begleitet die Kinder auf ihrem Weg von der Grundschule zur 5. Klasse und bei ihrer letzten gemeinsamen Klassenreise auf einen Bauernhof.
Mit einem vielseitigen Mix aus Beobachtung, Interviews mit der Lehrerin und den Kindern, sowie Textpassagen aus Rousseaus "Emile oder über die Erziehung" (vorgetragen von einem Teddy als bestem Freund der Kinder), bietet der Film keine einfachen Antworten darauf, wie eine optimale Pädagogik aussieht. Statt dessen regt er an zu Gedanken und Diskussionen darüber, wie eine Schule sein sollte, in der unsere Knder nicht nur das nötige Wissen vermittelt bekommen, sondern in der sie sich auch zu glücklichen und verantwortungsvollen Menschen entwickeln können.
Eine Diskussion, die auch schon seit geraumer Zeit auf politischer Ebene stattfindet, nur dass es in dem Film statt um die reine Leistungsorientiertheit um das ganzheitliche Wohl unserer Kinder geht.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse3 / 5

Wenn die vierjährige Grundschulzeit zu Ende geht, werden Kinder, ihre Lehrer und Eltern in der Regel wehmütig. Für die Abschiedsfeier fasst man gerne die vielen einmaligen Momente seit dem ersten Schultag in Form einer Diashow zusammen. So ähnlich muss man sich den Dokumentarfilm von Nathalie David vorstellen. Auch er zieht stichpunktartig Bilanz über diese wichtige Zeit im Leben. Die individuellen Statements der Schüler und ihrer Lehrerin fügen sich mit Fotos und dem Filmmaterial von der letzten Klassenfahrt zu einer charmanten Collage. Sie weckt Erinnerungen an die eigene Grundschulzeit, und die ist wohl für die meisten Menschen, zumindest im Nachhinein, positiv besetzt.

Die Regisseurin, die auch die Kamera führt, beobachtet die Lehrerin und ihre Schüler nicht im Unterricht. Sie versteht ihren Film mehr als Essay darüber, wie die optimale Grundschule generell aussehen könnte. Die Pädagogin Dietlind Schildt erscheint nicht nur wegen ihrer langjährigen Erfahrung als ideale Interviewpartnerin, sondern auch weil ihre Schüler sie mögen. Sie schildert ihre Ansichten anhand von Stichworten in alphabetischer Reihenfolge, von Autorität über Ordnung und Partnerschaft bis zu Zeugnissen. Dabei entsteht das Porträt einer engagierten Pädagogin, die für ihre Kinder gelegentlich auch den Konflikt mit Eltern oder Vorgesetzten riskiert. Sie nennt die Pflicht, Hausaufgaben aufzugeben, "ein ungelöstes Problem" und bevorzugt eine Atmosphäre der Freiwilligkeit und Selbstverantwortung.

Die Regisseurin befragt auch die Kinder einzeln zu den verschiedensten Themen wie Lieblingsfächer oder Berufswünsche und legt darüberhinaus einem Stoffteddy Worte in den Mund: Sie stammen vom Philosophen Jean-Jacques Rousseau, der für eine ganzheitliche, liberale Pädagogik plädierte. Auch ein mit Fotografien unterlegter geschichtlicher Abriss der Grundschule bis zurück in die Kaiserzeit wird geliefert. Nicht alles an dieser Collage ist aussagekräftig: Eher unergiebig sind zum Beispiel Szenen eines Bühnenstücks am ersten Schultag oder Bilder von putzigen Haustieren. Der schnelle Rhythmus der Schnitte hat Ähnlichkeit mit einer Diashow und ermüdet auf Dauer. Statt die Lehrerin und ihre Klasse in direkter Interaktion zu erleben, sieht man sie meistens nur auf kurzen Aufnahmen beim Erkunden der Natur auf der Klassenreise. Dennoch bietet der filmische Zettelkasten ein wenig mehr als nur ein Erinnerungsalbum für diese eine Klasse. In seiner Gesamtheit ergibt er eine Schlussfolgerung, die auch Botschaft zugleich ist: Die Grundschule muss sich im leistungsbezogenen Bildungssystems unbedingt Freiräume sichern, in denen es um spielerische Kreativität und ums Miteinander geht.

Fazit: In Nathalie Davids Dokumentarfilm sprechen eine erfahrene Lehrerin und ihre Viertklässler darüber, wie sie die Grundschule erleben. Ihre Reflexionen betonen die Bedeutung einer ganzheitlichen, liberalen Pädagogik.




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Land: Deutschland
Jahr: 2013
Genre: Dokumentation
Länge: 86 Minuten
Kinostart: 23.01.2014
Regie: Nathalie David
Verleih: imFilm

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