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Chasing the Wind
Chasing the Wind
© Neue Visionen Filmverleih

Kritik: Chasing the Wind (2013)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Nach dem vielfach gelobten Debüt "Nord", ist "Chasing the wind" der zweite Spielfilm des norwegischen Filmemachers Rune Denstad Langlos, der das Werk zu weiten Teilen in seiner eigenen Heimat im Norden des Landes drehte. Dasss Langlos ein vielseitiges Allround-Talent ist, beweist er damit, dass er für "Chasing the wind" auch erstmals das Drehbuch verfasst und dieses überzeugend und intensiv umgesetzt hat: "Chasing the wind" erinnert in Machart und Inhalt stark an das in diesen Tagen ebenfalls startende Familien-Drama "Oktober November" und ist in erster Linie geprägt von einem stark aufspielenden Cast. Ebenso wie der österreichische Film von Götz Spielmann ist auch "Chasing the wind" ein ruhiger, bedächtiger Film mit atmosphärischen Landschaftsaufnahmen, der aufzeigen will, dass jeder Mensch ein Recht auf eine zweite Chance hat und dass man aus den Fehlern der Vergangenheit lernen kann.

Das einzig Negative, dass man "Chasing the wind" vielleicht ankreiden könnte, ist die Tatsache, dass er aufgrund seiner bedachtsamen und unspektakulären Inszenierung die ein oder andere Länge aufweist. So sorgt der ruhevolle, unprätentiöse Regie-Stil dafür, dass einem die lediglich knapp 90 Minuten Laufzeit eher wie zwei Stunden vorkommen. "Chasing the wind" ist ein langsamer, leiser Film, dessen Handlung und inhaltliche Vielfalt spärlich sind. An dieser Stelle lässt sich der Film hervorragend vergleichen mit dem deutschsprachigem Drama "Oktober November", der dieser Tage in den Kinos startet. Wem "Oktober November" gefällt, der kann sich auch guten Gewissens den zweiten Film des norwegischen Regisseurs ansehen.

In beiden Filmen geht es um die Rückkehr der Hauptperson in die weit entfernte Heimat, geht es um verdrängte Erinnerungen, alte Wunden, die neu aufreißen und ein verdrängtes Familiengeheimnis. Beide Filme sind geprägt durch das leidenschaftliche Spiel der Hauptdarsteller und beide Filme liefern passend zum bedächtigen Erzähltempo des Films düster-stimmige Landschaftsaufnahmen und Panorama-Bilder der umgebenden, kargen Natur. Besonders Sven-Bertil Taube überzeugt als knorriger, notorisch schlecht gelaunter Miesepeter, der auch für die ein oder andere bitter-süße und humorvolle Einlage sorgt. Er nämlich könnte als Paradebeispiel für den typischen, verschlossenen nordischen Dorfbewohner stehen, der alles und jedem kritisch gegenüber steht und am liebsten seine Ruhe hat. Die emotionale Verwirrung der Hauptperson Anna ist perfekt, wenn zu allem Überfluss und zur ohnehin vorhandenen gefühlsmäßigen Achterbahnfahrt noch überraschend ihr Verlobter Mathias aufkreuzt. Dann nämlich muss sich Anna - unaufdringlich und sympathisch gespielt von Marie Blokhus - entscheiden, was ihr im Leben wirklich wichtig ist.

Fazit: Der bedächtige, stille Regie- und Inszenierungsstil sorgt für manche Länge, die jedoch durch die mitreißend agierenden Darsteller und die ausgewogenen, harmonischen Landschafts-Aufnahmen ausgeglichen werden.





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