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Winterkartoffelknödel (2014)

Deutsches Krimi-Sequel: Eine Serie bizarrer Mordfälle um die Familie Neuhofer erschüttert die bayerische Provinz und reißt Polizist Franz Eberhofer aus seiner Langeweile. Gemeinsam mit seinem Ex-Kollegen Rudi Birkenberger macht er sich auf eigene Faust an die AufklärungKritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5
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Franz Eberhofer (Sebastian Bezzel) fristet ein gelangweiltes Dasein als Polizist in seinem bayerischen Heimatort Niederkaltenkirchen. Dorthin wurde er aus München strafversetzt, als er seine Kompetenzen überschritt. Kein Wunder, dass sein Dienststellenleiter Moratschek (Sigi Zimmerschied) gerne glaubt, dass mit Eberhofer die Fantasie durchgeht, wenn er wieder mal ein Verbrechen in der beschaulichen Provinz wittert. So wie jetzt einen Dreifachmord in der Familie Neuhofer, nur weil der Vater, der Bruder und die Mutter von Hans Neuhofer (Moritz Katzmair) dicht hintereinander auf ziemlich unnatürliche Weise das Zeitliche segnen. Also schnüffelt Eberhofer auf eigene Faust herum und erhält dabei Unterstützung von seinem Ex-Kollegen Rudi Birkenberger (Simon Schwarz), der sich als Privatdetektiv selbstständig gemacht hat.
Auch die attraktive Halbkanadierin Mercedes (Jeanette Hain), die seit kurzem in einer alten Villa residiert, erregt Eberhofers Interesse, allerdings mehr privat. Auf Trab halten ihn außerdem die Oma (Enzi Fuchs), die immer zum Einkaufen gefahren werden will, und der kiffende Vater (Eisi Gulp): Er schlägt sich nämlich beim Holzhacken zwei Zehen ab und Eberhofer muss sie suchen.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse3 / 5

Nach "Dampfnudelblues" aus dem Jahr 2013 kommt nun die zweite Verfilmung eines Kriminalromans aus der Feder von Rita Falk in die bayerischen Kinos. Der in die heimatliche Provinz versetzte Polizist Franz Eberhofer wittert schon aus chronischer Langeweile Verbrechen, die ihm zunächst niemand glauben will. Das einzige, was den armen Mann bei Laune hält, sind die herrlichen Gerichte seiner Oma. Sie geben den Büchern und den gleichnamigen Kinokomödien ihren Titel und verweisen nebenbei auf den durchwachsenen Gemütszustand des Helden. Diesmal ist er blass wie ein "Winterkartoffelknödel", weil der Kurt Neuhofer von einem Container erschlagen wurde, als er vor seinem Haus eine Zigarette rauchen wollte.

Regisseur Ed Herzog beweist schon zum zweiten Mal ein glückliches Händchen bei der Verfilmung der humorigen Eberhofer-Fälle. Wie in den Buchvorlagen sind die Ermittlungen des Polizisten nur eines von zwei ebenbürtigen Themen. Das andere ist das Dorfleben an sich. Eberhofer ist dort nur zur Hälfte Polizist. Die Oma sieht in ihm nämlich den Enkel, der Vater den Sohn, die Wirtshausfreunde den ehemaligen Schulkameraden. Das macht es Eberhofer schwer, im Dienst ernst genommen zu werden: Die Oma schläft im Polizeiauto nach dem Großeinkauf ein und Franz steht ausgesperrt davor, der Vater kifft und geht mit Farbbeuteln zu einer Protestaktion, die Kumpel reagieren empört, wenn er ihnen von Berufs wegen Fragen stellt. Mehr noch als Eberhofer selbst ist jeder einzelne dieser Dorfbewohner ein dickköpfiges Original, das sich gerne querstellt. Das führt zu einer Fülle komischer Situationen.

Sebastian Bezzel spielt den geplagten Eberhofer herrlich komisch. Er scheint in Niederkaltenkirchen der einzige zu sein, der sich seinen Stand immer wieder mühsam erkämpfen muss. Auf introvertierte Weise ist er eher der Leidtragende, als der Auftrumpfende. Ob es sich um Omas Geburtstagsfest oder das Hündchen der reichen Mercedes, um Vaters verlorene Zehen oder die dubiosen Geschäfte des finsteren Neuhofer-Erben handelt: Eberhofer ist stets im Mittelpunkt skurriler Vorfälle und Verwicklungen. Manchmal gerät hier im zweiten Film der Verweis auf das bewährte Urige schon allzu routiniert, so dass die Situationskomik zwar reichlich, aber etwas hastig serviert wird. Aber die Komödie macht trotzdem Spaß. Man darf gespannt sein auf den nächsten Film der Reihe, der den Titel "Schweinskopf al dente" trägt.

Fazit: Die zweite Krimi-Komödie mit dem bayerischen Provinzpolizisten Franz Eberhofer aus der Buchreihe von Rita Falk erfreut wieder mit urigen dickschädeligen Charakteren in einem dörflichen Umfeld, das dem Hüter des Gesetzes gewohnheitsmäßig den Respekt versagt.




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Filminfos & CreditsAlles anzeigen

Land: Deutschland
Jahr: 2014
Genre: Komödie
Länge: 96 Minuten
FSK: 12
Kinostart: 16.10.2014
Regie: Ed Herzog
Darsteller: Sebastian Bezzel als Eberhofer, Franz, Daniel Christensen als Flötzinger, Enzie Fuchs als Oma Eberhofer
Verleih: Constantin Film

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Das Eberhoferkrimi-Rollenfeature:
Rudi Birkenberger – Der Privatdetektiv
Der Rudi ist mit ganz anderen Wassern gewaschen als der Franz. Früher einmal in München, als [...mehr] die beiden noch Polizeikollegen waren, konnte sich der Rudi nicht beherrschen und schoss einem Pädophilen das Gemächt weg, als er sich Kindern gegenüber obszön verhielt. Seitdem ist er suspendiert und Privatdetektiv. Aber so ganz können der Franz und der Rudi nicht ohneeinander – in der bayerischen Provinz ist es ohnehin schwer sich nicht einmal zufällig zu begegnen. Und auch dem Rudi kommen die zahlreichen Tode in der Familie Neuhofer nicht ganz koscher vor.

Oma Eberhofer – Die Oma
Seitdem die Mama vom Franz nicht mehr ist, hat die Oma das Haus fest in der Hand. Die Oma ist schon vierundachtzig Jahre alt und wenn man die Oma nicht kennt, könnte man denken, dass sie permanent sauer ist, weil’s halt immer so schreit. Dabei hört die Oma einfach nur nix. Auf jeden Fall ist die Oma eine der besten Köchinnen der Welt und sorgt sich gut um den Franz, sofern sie nicht gerade im Supermarkt in der Schlange steht, um die günstigsten Schnäppchen zu ergattern.

Ignatz Flötzinger - Gas, Wasser, Heizung
Der Niederkaltenkirchener Heizungsinstallateur Flötzinger ist gefangen im Käfig der Ehe. Seit er mit der Engländerin Mary verheiratet ist und die zwei Kinder Ignatz-Flynn und Clara-Jane hat, kommt er einfach nicht mehr auf seine Kosten. Da kommt es ihm ganz gelegen, dass die Mary und die Kids jetzt erst einmal in den Urlaub fahren und er ein wenig seiner Flötz-Time frönen kann. Ausgerechnet jetzt bekommt Niederkaltenkirchen auch noch hohen Besuch von einer geheimnisvollen Dame, die den Flötzinger auf den ersten Blick ganz verzaubert.

Mercedes Dechamps-Sonnleitner – Die Femme fatale
Mercedes Dechamps-Sonnleitner – was für ein Name! Diese adrette Person ist seit einigen Tagen mit ihrem Hund Klärchen in Niederkaltenkirchen aufzufinden. Kanadierin ist sie wohl. Jetzt will sie ein paar Tage auf dem Sonnleitner-Gut verbringen und verdreht dabei nicht nur dem Flötzinger gewaltig den Kopf! Was es wohl mit dieser mysteriösen Dame auf sich hat?

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