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Kaiserschmarrndrama (2020)

Siebter Teil der beliebten bayerischen Krimi-Reihe: Diesmal bekommt es der Provinzpolizist mit einem Serienmörder und allerlei privatem Ärger zu tun.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3.0 / 5

Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 172 Besucher eine Bewertung abgegeben.


Dorfpolizist Franz Eberhofer (Sebastian Bezzel) bekommt es mit einem besonders heimtückischen Fall zu tun. Ein Webcam-Mädchen aus dem Nachbardorf wurde umgebracht. Das Pikante daran: Eberhofers Freunde Simmerl (Stephan Zinner) und Flötzinger (Daniel Christensen) waren Stammkunden der Online-Striptease-Show des Opfers. Hat einer der Beiden etwas mit dem Mord zu tun? Hinzu kommen für Eberhofer eine Reihe privater Probleme. Zum einen hatte Kollege Rudi (Simon Schwarz) einen schweren Unfall und ist nun auf einen Rollstuhl angewiesen. Als (angeblich) Schuldiger soll sich Eberhofer persönlich um den Kranken kümmern – 24 Stunden am Tag. Zu allem Überfluss will Eberhofers Lebensgefährtin Susi (Lisa Maria Potthoff) auch noch in eine Doppelhaushälfte mit Gemeinschaftssauna ziehen.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse4 / 5

Die auf den Regionalkrimis von Rita Falk basierenden Verfilmungen zählen seit Jahren zu den größten einheimischen Kinoerfolgen, vor allem in Bayern. Die ersten fünf "Eberhofer"-Filme lockten rund drei Millionen Zuschauer in die Kinos. Alles begann 2013 mit dem ersten Film, "Dampfnudelblues". Bis heute folgten fast jährlich fünf weitere Krimis um den kauzigen Dorfsheriff. Gedreht wird seit jeher in Frontenhausen im niederbayerischen Landkreis Dingolfing-Landau, in München und Landshut.

Eine gute Nachricht für alle Eberhofer-Fans: Nach dem eher schwachen Teil "Sauerkrautkoma" von 2018 kann "Kaiserschmarrndrama" die hohe Qualität des unmittelbaren Vorgängers, "Leberkäsjunkie", halten. Dieser Film verfügte über eine ausgewogene Mischung aus temporeicher Inszenierung, urbayerischem Klamauk, pointierten Dialogen und einem spannenden Kriminalfall. Dasselbe trifft auf "Kaiserschmarrndrama" zu, lediglich der Aufklärung des Mordfalls und den Ermittlungen schenkt Regisseur Ed Herzog etwas weniger Beachtung.

Dafür gesellt sich eine gehörige Portion Gesellschafts- und Sozialkritik hinzu, Stichwort "Gentrifizierung". Denn Eberhofers Vater Franz (großartig wie immer: Eisi Gulp) wehrt sich auf ganz besondere Weise gegen den Bau einer Doppelhaushälfte direkt neben dem heimischen Bauernhof: Er "besetzt" den Baukran mittels eines in der Luft hängenden Zelts und vergegenwärtigt auf diese Weise den Protest des einfachen Landvolks gegen die "bourgeoise Scheißhütten". Eine augenzwinkernde Hommage an die Besetzungen von Waldgebieten und die radikalen Protestaktionen der Umweltaktivisten, die uns fast wöchentlich in den Nachrichten begegnen.

Es fällt zudem auf, dass "Kaiserschmarrndrama" seinen Schwerpunkt mehr denn je auf die privaten Widrigkeiten und Probleme des notorischen Grantlers Eberhofer legt. Das steht dem Film gut zu Gesicht, da einem die ohnehin schon längst an Herz gewachsenen, illustren und schrulligen Charaktere auf diese Weise noch näherkommen. Von Eberhofer-Freundin Susi, die sich insgeheim doch nichts mehr wünscht als ein ruhiges Familienleben zu führen über die wie immer vorzüglich kochende Oma bis hin zu Kollege Rudi, dessen doppelte Beckenfraktur und Milzquetschung ungeahnte Folgen haben. Vor allem für den Protagonisten.

Fazit: Deftige, ungemein vergnügliche Provinz-Posse mit Charme, trockenem Humor und kauzigen Figuren.




FBW-BewertungJurybegründung anzeigen

FBW: besonders wertvollEher ein Schwank als ein Drama ist diese Dorfgeschichte aus Niederbayern, in der ein gemäßigtes Bairisch gesprochen wird, sodass es auch für Norddeutsche keine Verständigungsprobleme geben dürfte. Mit derbem Humor wird da von dem Provinzpolizisten [...mehr]

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Filminfos & CreditsAlles anzeigen

Land: Deutschland
Jahr: 2020
Genre: Komödie, Krimi
Länge: 96 Minuten
FSK: 12
Kinostart: 05.08.2021
Regie: Ed Herzog
Darsteller: Nora von Waldstätten als Elisabeth Mayerhofen, Sebastian Bezzel als Franz Eberhofer, Lisa Potthoff als Susi
Verleih: Constantin Film

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