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Einer nach dem Anderen
Einer nach dem Anderen
© Neue Visionen

Kritik: Einer nach dem Anderen (2014)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Die in Norwegen spielende Krimikomödie von Hans Petter Moland hat nicht umsonst den englischen Alternativtitel "In Order of Disappearance". Tatsächlich wird ein Großteil der Darsteller erst namentlich genannt, sobald ihre Filmfigur das Zeitliche gesegnet hat. Diese Momente sind mit einer derart pathetischen Andacht inszeniert, dass es in diesem trockenen Film nur so eine Freude ist. Der staubtrockene und rabenschwarze Humor ist ohnehin das große Plus von "Kraftidioten". Der Film wirkt in seinen besten Momenten wie die schockgefrostete nordische Variante eines Films der Coen Brothers, sprich wie eine Art norwegischer "Fargo".

Was dem Film jedoch im Vergleich zu den Meisterwerken der Coens fehlt, sind zum einen die völlig skurrilen Figuren, und zum anderen ein ausgefeiltes, überraschendes Drehbuch. Ganz dem skandinavischen Egalitarismus verpflichtet sind in "Kraftidioten" selbst die Obermafiosi zum größten Teil ziemlich langweilige Durchschnittstypen. Doch beim Hauptprotagonisten Nils (Stellan Skarsgård) passt diese Durchschnittlichkeit perfekt, denn ein Großteil des trockenen Witzes entsteht daraus, wie Nils sich selbst bei der härtesten Konfrontation mit echten Verbrechern seine stoische Ruhe bewahrt und einfach ganz gelassen tut, was in seinen Augen getan werden muss.

Davon abgesehen ist "Kraftidioten" kein Wunder an filmischer Innovation. Aber nach vielen eher slapstickartigen skandinavischen Kriminalkomödien wie "Headhunters" oder "Jackpot", ist dies endlich mal wieder ein unterkühlter nordischer Thriller, wie man ihn liebt.

Fazit: "Kraftidioten" erfindet die skandinavische Kriminalkomödie nicht neu, gefällt jedoch durch seinen extrem trockenen Humor und seine stoische Lässigkeit.





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