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Like Father, Like Son
Like Father, Like Son
© Film Kino Text © Die FILMAgentinnen

Kritik: Like Father, Like Son (2013)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

"Like father, like son" ist der neue Film des japanischen Regisseurs Hirokazu Koreeda, der vor allem für seine beiden Filme "Nobody Knows " (2004) und " Still Walking " (2008) und sein Gespür für melancholische Dramen bekannt ist. Mit "Like father, like son" gewann er in Cannes im vergangenen Jahr den Preis der Jury. Dutzende weitere internationale Auszeichnungen folgten für Koreeda, der auch schon für den Oscar nominiert war. Regie-Altmeister Steven Spielberg war von "Like father, like son" derart berührt und angetan, dass er sich sogleich die Rechte an dem Stoff für ein US-Remake sicherte. Regisseur Koreeda fügt seinem Oeuvre an berührenden Dramen mit "Like father, like son" ein weiteres stilles, großartig gespieltes Familien-Drama hinzu.

Es geht nicht wirklich um eine universelle, grundsätzliche Frage, die Koreeda mit seinem leisen, reduzierten Drama aufwirft, worin sich sein neuer Film auch in erster Linie von seinen früheren Werken unterscheidet: eine Frage, die sich die meisten von uns sicher nie im Leben werden stellen müssen, was das Thema von "Like father, like son" auch für viele schwer greifbar und sehr komplex erscheinen lässt: die Frage danach, ob man als Eltern einen Sohn, der nicht leiblich ist sondern nach der Geburt versehentlich vertauscht wurde, ebenso lieben kann wie ein leibliches Kind. Die Tatsache, dass man sich daher nur schwer in die beteiligten Personen hineinversetzen kann wird durch das intensive Spiel der Darsteller und die behutsam-gefühlvolle Inszenierung, die Wert legt auf leise Zwischentöne sowie Gestik und Mimik, ausgeglichen.

Im Zentrum der Geschehnisse steht Nonomiya, der überzeugend verkörpert wird von dem japanischen Songwriter Masaharu Fukuyama, der hier erstaunlicherweise sein Schauspieldebüt gibt. Sein zurücknehmendes, nuancenreiches Spiel wirkt abgeklärt und erfahren. Auf der einen Seite steht die wohlhabende Familie um Nonomiya, der mit seiner Frau und dem "Sohn" in wohlhabenden Verhältnissen in einem schnöseligen Apartment wohnt. Konträrer könnte da die andere Familie nicht sein, um die es hier geht. Der Vater der der Familie Saikis, ist ein armer Ladenbesitzer, der seine Kleinfamilie mehr schlecht als recht durchbringt. Gemeinsam leben sie am Stadtrand in einer heruntergekommenen Bude.

Dass die beiden Familien höchst unterschiedlich gezeichnet und angelegt sind und vor allem die Väter verschiedenste Moralvorstellungen und Lebenseinstellungen haben, wirkt freilich sehr bemüht und konstruiert. Ausgeglichen wird dieser Mangel aber in erster Linie von dem starken Cast, zu dem auch die bemerkenswerten Kinderdarsteller Keita Ninomaya und Hwang Sho-gen gehören.

Fazit: Einfühlsames Familien-Drama der leisen Sorte, dessen bemühte Figurenzeichnung durch das nachdrückliche Spiel der Darsteller kaschiert wird.




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