oder

Der Hof zur Welt (2014)

Dans la cour

Französische Tragikomödie: Der deprimierte Musiker Antoine schmeißt von einem Tag auf den anderen alles hin und wird Hausmeister in einem Pariser Hinterhof.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4.0 / 5

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Antoine (Gustave de Kervern) ist 40 Jahre alt, Musiker und leidet seit Wochen unter Schlaflosigkeit. Bei einem Konzert packt er unvermittelt seinen Koffer und ist verschwunden. Nicht einmal seiner Freundin sagt er Bescheid, wohin er geht. Alles was Antoine will ist Ruhe. Deshalb nimmt er eine Anstellung als Hausmeister in einem Pariser Hinterhof an. Doch es zeigt sich, dass es auch an diesem Ort mit der Ruhe nicht weit her ist, denn schon bald belagern die verschiedenen skurrilen Mitbewohner Antoins Hausmeisterwohnung. Da ist z.B. der auf absolute Ordentlichkeit und Einhaltung aller Vorschriften bedachte Neurotiker, der mit einem anderen Vermieter im Clinch liegt, da der den Hof mit geklauten Fahrrädern vollgestellt hat. Dieser Fahrraddieb ist außerdem ein Kleindealer und dabei offensichtlich selbst sein bester Kunde. Mathilde, die Antoine eingestellt hat, leidet seit sie in Rente ist. Sie versucht verzweifelt ihre neue Aufgabenlosigkeit auf hyperaktive Weise durch alternative Formen der vermeintlichen Nützlichkeit zu kompensieren. Eigentlich hat Antoine gar keine Lust sich mit diesen Verrückten auseinanderzusetzen. Doch mit der Zeit wachsen diese ihm immer mehr ans Herz und auch er ist bald bei allen äußerst beliebt. Doch als die zunehmend neurotischer werdende Mathilde einen Riss in ihrer Wohnzimmerwand entdeckt, droht der alltägliche Wahnsinn zu eskalieren...

Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse4 / 5

In Alfred Hitchcocks Meisterwerk "Das Fenster zum Hof" (1954) spielt Jimmy Steward einen Voyeur, der durch ein Gipsbein an den Rollstuhl gefesselt durch sein Fenster das Treiben im Hof seines Wohnblocks betrachtet. Pierre Salvadoris Tragikomödie "Dans la cour" ("Im Hof") zeigt hingegen einen scheuer Beobachter, der selbst zum Mitwirken in der Nachbarschaft gezwungen ist. Antoine würde ebenfalls gerne nur in den Hof schauen. Aber durch seinen Job muss er dort auch aktiv werden, wodurch er schließlich ungewollt einen immer stärkeren Anteil am Leben seiner Nachbarn gewinnt. Hierdurch lernt Antoine diese Menschen nach und nach immer besser kennen. Bei näherem Hinsehen offenbart sich dem depressiven Hausmeister, dass auch seine Mitmenschen unter verschiedensten Formen von Ängsten, Neurosen und Schicksalsschlägen zu leiden haben. Diese Hausgemeinschaft entpuppt sich unvermutet fast als eine Gemeinschaft von Seelenverwandten. Antoine überwindet ein Stück seinen Phlegmatismus und entwickelt sich fast zu einem modernen barmherzigen Samariter. Dabei bleibt er sich jedoch seiner eigenen Grenzen und seinem Grundbedürfnis nach Rückzug bewusst. Doch es fällt ihm immer schwerer, die richtige Balance zu halten.

Fazit: "Dans la cour" ist ein sehr warmherziger Film, der die Menschen so akzeptiert, wie sie sind. Niemand muss perfekt sein und nicht jede Geschichte muss zwangsläufig ein positives Ende finden. Es reicht vollkommen aus, wenn man trotz seiner Schwächen einfach weitermacht und sich dabei gegenseitig unterstützt.




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Land: Frankreich
Jahr: 2014
Genre: Drama, Komödie
Länge: 97 Minuten
Regie: Pierre Salvadori
Darsteller: Catherine Deneuve als Mathilde, Gustave de Kervern als Antoine, Féodor Atkine

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