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Gott verhüte! (2013)

Svecenikova djeca

Kroatisch-serbische Tragikomödie: Ein junger Priester setzt das katholische Vermehrungsgebot auch gegen den Willen seiner Gemeindemitglieder durch.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2.8 / 5

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Ein Dorf auf eine kleinen dalmatinischen Insel in der Gegenwart: Der junge Geistliche Fabian (Krešimir Mikić) tritt die Nachfolge des beliebten alten Dorfpfarrers an. Jener sang im Chor, spielte Boule und Fußball in der Seniorenmannschaft. Doch Fabian ist weder musikalisch, noch sportlich und findet nur schwer Zugang zu den ihm anvertrauten Schäfchen. Er hadert mit seiner geringen Beliebtheit und würde auch so gern Gutes tun und etwas Wertvolles beitragen. Doch eines Tages beichtet ihm der Kioskbesitzer Petar (Nikša Butijer), dass er sich für den Tod vieler ungeborener Gemeindemitglieder verantwortlich fühlt. Petar hat auf der Insel das Kondomverkaufs-Monopol. Deshalb weiß er ganz genau, dass viele Bewohner nicht ihrer Vermehrungspflicht nachkommen und nur zum Spaß Sex haben. Fabian erkennt seine persönliche Mission: Petar kann der göttlichen Strafe entrinnen, wenn ab sofort alle Kondomspitzen vor dem Verkauf mit Nadeln durchstochen werden. Kurz darauf wird mit dem Apotheker der zweite große Übeltäter der Insel ebenfalls zur Vernunft gebracht: Statt Antibabypillen verkauft dieser jetzt Vitaminpillen. Neun Monate später trägt des Priesters geheimer Plan erste sichtbare Früchte. Es kommt zu einer Reihe ungewollter Schwangerschaften. Kurz darauf wird die Insel von kinderlosen Pärchen aus aller Welt überflutet, welche in dem eiskalten Meerwasser baden, da dieses für den einmaligen Kindersegen verantwortlich sein soll...

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse3 / 5

Der Begriff der Balkon-Komödie ist mittlerweile untrennbar mit dem Namen des bosnischen Regisseurs Emir Kusturica ("Schwarze Katze, Weißer Kater") verbunden. Der kroatische Filmemacher Vinko Bresan ist hingegen noch recht unbekannt. Im Gegensatz zu den überdrehten Filmen des wilden Bosniers wirkt Bresans Tragikomödie "Gott verhüte!" ungleich zurückhaltender. Aber dies betrifft nur die hier karikierte konservativ-katholische Oberfläche. Im Untergrund brodelt es dafür umso mehr und irgendwann bricht das große Chaos aus...

Vinko Bresan verbindet Subtilität und Irrsinn, feine Beobachtungen und groben Klamauk. Das kleine Dorf auf der abgelegenen Insel, über dem stets die blendent-heiße Sonne Dalmatiens scheint, wirkt wie aus der Zeit gefallen. Das Leben scheint hier seit Jahrhunderten fast unverändert seinen immer gleichen Gang zu gehen. Die Gesellschaft wirkt wie erstarrt. Deshalb versteht man das ungläubige Staunen von Pfarrer Fabian, als der Kioskbesitzer Petar ihm das heimliche wilde Treiben der Dorfbewohner schildert. Aufgrund seines Kondomverkaufs hat Petar mehr als jeder andere den Überblick, wer es mit wem wie oft treibt und wer als einziger ein Kondom in Übergröße kauft.

Um da noch durchzublicken pinnen Fabian und Petar einen ganze Wand voller Zettel, auf denen das Liebesleben von Pfarrer Fabians Schäfchen anhand komplexer Diagramme dargestellt ist, die in ihrer Gesamtheit die kleine verschlafene Gemeinde als großen Sündenpfuhl enttarnen. Mit fachmännischem Blick decken die beiden Undercoveragenten in Sachen Wachstum der Kirchengemeinde dunkle Punkte auf und arbeiten heraus, wo von ihrer Seite her noch akuter Handlungsbedarf besteht. Der göttliche Aspekt ihrer geheimen Mission ist dem rassistischen Apotheker hingegen denkbar egal. Er unterstützt das Projekt nur, weil er sich überzeugen lässt, dass auf diese Weise nicht die Anzahl von Fremden – Serben gar – wächst, sondern die von grundanständigen Kroaten.

Somit ist "Gott verhüte!" in Wirklichkeit viel weniger harmlos, als der Film einen Glauben machen möchte. Aber der Glaube ist hier sowieso das größte Problem und die Katholische Kirche wird hier gnadenlos demontiert. Als irgendwann Gerüchte das Festland erreichen, dass der junge neue Pfarrer eine Rolle in einem unsittlichen Treiben spielt, bekommt Fabian Besuch vom örtlichen Bischof. Der will jedoch nur wissen, ob Pädophilie im Spiel ist. Als Fabian glaubhaft verneint ist die Sache für den Bischof auch gleich wieder erledigt. Eine Verletzung des Zölibats ist keiner weiteren Rede wert, solange dabei nicht auch noch weltliche Gesetzte verletzt werden, was der Kirche weitere Probleme bereiten könnte.

Der allgemeine Ton wird im letzten Drittel des Films unvermutet so ernst, dass die Handlung in eine Tragödie kippt. Doch ist dieser Wandel zu unentschlossen, um ganz überzeugen zu können. Erst ganz am Ende gibt es eine letzte bittere Pointe, die wieder einiges an zuvor verlorenen Boden wettmacht.

Fazit: "Gott verhüte!" ist eine angenehm trockene und zugleich überzogen-groteske Komödie, die sich leider gegen Ende in eine etwas seichte Tragödie verwandelt.




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Land: Kroatien, Serbien
Jahr: 2013
Genre: Tragikomödie
Länge: 93 Minuten
FSK: 12
Kinostart: 07.08.2014
Regie: Vinko Bresan
Darsteller: Kresimir Mikic als Don Fabijan, Niksa Butijer als Petar, Marija Skaricic als Marija
Verleih: Neue Visionen

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