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Kritik: Suffragette (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

"Suffragette" setzt den Vorkämpferinnen der Gleichberechtigung der Geschlechter ein filmisches Denkmal. Dabei vermengt das Werk reale, historische Figuren (Emmeline Pankhurst) und tatsächliche Begebenheiten mit fiktiven Charakteren wie der jungen Maude, der Hauptfigur des Films. Gedreht wurde das Emanzipations-Drama im Spätwinter und Frühling 2014 in London, Regie führte die 45-jährige britische Filmemacherin Sarah Gavron. Gavron erlangte bisher vor allem Bekanntheit durch ihr Indie-Drama "Brick Lane" von 2006. Für "Suffragette" konnte Gavron eine namhafte Regie an hochkarätigen, etablierten Charakter-Mimen gewinnen. Das Drehbuch stammt von Abi Morgan, die bereits das Skript zu "Die Eiserne Lady" lieferte.

Eine große Stärke des Films ist sein hoher Authentizitätsgrad. Vom detailgetreuen Setting bzw. den Schauplätzen bis hin zur Ausstattung der Hauptfiguren, zeichnet der Film ein authentisches, realitätsgetreues Bild von den 10er-Jahren des 20. Jahrhunderts. Die Zeit des gesellschaftlichen Umbruchs wird detailliert und glaubwürdig dargestellt, eine Zeit der gesellschaftlichen wie politischen Unterdrückung und Unterjochung der Frauen. Fast dokumentarisch genau präsentiert der Film ein Bild dieser Zeit und macht damit auch jederzeit unmissverständlich deutlich, mit wie viel Gewalt und mit welch harten, vor allem auch personellen Bandagen dieser Kampf um Gleichstellung und Gleichberechtigung geführt wurde. Die Methoden der Frauen werden immer rigoroser und radikaler, nur so gelingt es ihnen, sich Gehör zu verschaffen und auf ihr Anliegen aufmerksam zu machen.

Herausragend sind die darstellerischen Leistungen, allen voran Carey Mulligan überzeugt als am Anfang noch zartes, verletzliches und sich ausnutzendes Mauerblümchen. Ihren Wandel hin zur militanten Verfechterin und Vorkämpferin für die Rechte der Frauen stellt sie einnehmend und jederzeit nachvollziehbar dar. Ein Etikettenschwindel ist es allerdings, Meryl Streep als eine der Hauptdarstellerinnen anzupreisen bzw. damit zu werben und sie vom Kinoplakat herunterblicken zu lassen. Ihr Auftritt als real existierende, radikal feministische Theoretikerin Pankhurst ist bereits nach wenigen Minuten zu Ende. Auch kommt der Film hinsichtlich seiner Dramaturgie und der eher monotonen, unspektakulären Erzählweise eher konventionell und überraschungsarm daher. Sehenswert ist er vor allem aufgrund der bis in die Nebenrollen hochkarätigen Darsteller (u.a. Ben Wishaw und Brendan Gleeson) aber dennoch.

Fazit: Erzählerisch und dramaturgisch konventionell und allzu unspektakulär gehaltenes Drama mit authentischem Setting und herausragenden Darsteller-Darbietungen.





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