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Kritik: Geostorm (2016)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Mit Action- und Katastrophenfilmen kennt sich Dean Devlin, der hier sein Kinoregiedebüt gibt, bestens aus. Schließlich war er Co-Autor von "Independence Day" und "Godzilla". Aus der Anfälligkeit moderner, computergesteuerter Technologie für Sabotageakte strickt "Geostorm" die reißerische Geschichte eines Wettlaufs gegen die Zeit, der eine globale Wetterkatastrophe verhindern soll. Die Handlung spielt zum Teil auf der Raumstation, zum Teil auf der Erde, wobei das mit einem Zerstörungsprogramm infizierte Satellitennetz Dutch Boy an beiden Orten bereits gewaltige Schäden verursacht. Allerdings ist die Geschichte rund um die Katastrophenszenarien recht einfach gestrickt und bietet auch keine überragenden schauspielerischen Leistungen.

Gerard Butler darf als Jake seinem raubeinigen Image frönen. Zwar wird der Wissenschaftler nur selten handgreiflich, aber er kann auch verbal gut austeilen. Dass ihm auf der Raumstation die sanfte Ute Fassbinder zur Seite gestellt wird, sorgt für einen interessanten Kontrast. Alexandra Maria Lara spielt diese Rolle sehr unspektakulär und setzt doch Akzente als rehäugige Verkörperung der Vernunft. Allerdings bekommt sie mehr oder weniger Stichworte in den Mund gelegt, mit denen sie dem Helden Jake zuarbeiten soll. Auch der behauptete Dauerzwist der ungleichen Brüder Jake und Max, die sich ja doch lieben, weil sie eben Familie sind, wirkt sehr konstruiert. Richtig plump aber wird der Verschwörungsplot abgespult, der sogar die Entführung des US-Präsidenten (Andy Garcia) nach sich zieht. Diese stellt Max vor keine unlösbaren Probleme, arbeitet seine Freundin Sarah (Abbie Cornish) doch praktischerweise beim Secret Service.

Das Herzstück des Films sind die visuellen Effekte der Katastrophenszenen. Eine gigantische Flutwelle lässt in Dubai die Hochhäuser einstürzen, im brasilianischen Rio laufen die Sonnenanbeter am Strand um ihr Leben, weil vom Meer her eine eisige Front naht. Und Jake turnt zwischen den Solarpaneelen der Raumstation, von denen etliche zu Bruch gehen, in Lebensgefahr herum. Die Technik kann eben noch so ausgefeilt sein, am Ende kommt es auf den Helden an, der sich persönlich in den Ring wirft. Der Film allerdings hätte noch viel ausgefeilter sein dürfen, weil computergenerierte Bilder allein nicht kompensieren können, was er dramaturgisch und schauspielerisch versäumt.

Fazit: Der Katastrophenfilm, mit dem Dean Devlin sein Kinoregiedebüt gibt, wartet mit einer recht plumpen Geschichte über ein mit einem Virus infizierten Satellitenprogramm auf, das tödliche Unwetter auf der Erde verursacht. Um eine globale Katastrophe zu verhindern, muss sich Gerard Butler in der Rolle des zentralen Filmhelden mächtig ins Zeug legen, aber er darf auch Alexandra Maria Lara, die die Stimme der Vernunft an seiner Seite verkörpert, ein paarmal zulächeln. Der Reiz des zusammengeschustert wirkenden Films beschränkt sich hauptsächlich auf den Schauwert seiner spektakulären Katastrophenszenen.





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