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Mein Herz tanzt
Mein Herz tanzt
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Kritik: Mein Herz tanzt (2014)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Wieder einmal erzählt der israelische Filmemacher Eran Riklis mit "Mein Herz tanzt" vor dem Hintergrund des Nahostkonflikts von menschlichen Beziehungen, großen Widersprüchen und zaghaften Annäherungen. Basierend auf dem Roman "Tanzende Araber" (2002) von Sayed Kashua zeigt das Drama anhand des jungen Helden, wie Diskriminierung auf vielfältige Weise den Alltag der arabischen Minderheit in Israel bestimmt. Es sind durchaus pädagogische Absichten, die sich hier ausmachen lassen, und leider hat "Mein Herz tanzt" auch den Charme eines Lehrfilms.

Überdeutlich und stets gut ausgeleuchtet entwickelt sich die Handlung und übernimmt sich dabei immer wieder. Zu viele Konflikte werden angerissen, von Teenagernöten, Rassismus, dem Tod und Identitätskrisen will Riklis' Film berichten und schafft es dabei nie wirklich tief zu gehen. Die Figuren bleiben auf ärgerliche Weise oberflächlich, ihre Probleme und Motivationen werden im Dialog zwar behauptet, aber zu keinem Zeitpunkt vom arg konstruierten Drehbuch nachvollziehbar oder erfahrbar gemacht.

Die deutsche Synchronisation erinnert zudem eher an ein Hörspiel als an einen Kinofilm und es gelingt ihr nicht die sprachlichen Feinheiten der Originaldialoge zu transportieren. Die Probleme des jugendlichen Protagonisten mit der richtigen Aussprache des Hebräischen müssen so umständlich erklärt werden, anstatt sich von sich selbst aus zu erschließen.

Fazit: Eran Riklis' überfrachtetes Drama enttäuscht mit oberflächlichen Figuren und überdeutlichen Aussagen. Die wenig gelungene deutsche Synchronisation raubt dem Film zusätzlich Substanz.





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