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Mommy (2014)

Französisch-kanadisches Drama: Diane ist die so stolze, wie überforderte Mutter des ebenso charismatischen, wie verhaltensgestörten fünfzehnjährigen Steve.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 5 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4.0 / 5

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Der fünfzehnjährige Steve (Antoine Olivier Pilon) ist seit dem Tod seines Vaters vielfach gestört: er leidet unter ADHS und neigt zu eruptiven Gewaltausbrüchen. Soeben ist Steve sogar aus einem Heim für Schwererziehbare geflogen. Seine Mutter Diane (Anne Dorval) nimmt ihren Sohn wieder mit zu sich nach Hause, um den letzten Versuch eines halbwegs normalen Zusammenlebens zu starten. Sollte der scheitern, bliebe nur noch die Einweisung in eine geschlossene psychiatrische Anstalt. - Im Vorspann wird gezeigt, dass in der nahen Zukunft in Kanada ein neues Gesetz in Kraft getreten ist. Dieses erlaubt Eltern ihre Kinder auch ohne richterlichen Beschluss in eine psychatrische Anstalt einzuweisen. - Trotz täglicher Herausforderungen scheint sich das erneute Zusammensein von Mutter und Sohn insgesamt recht positiv zu entwickeln. Hierzu trägt auch stark bei, dass mit der Nachbarin Kyla (Suzanne Clément) bald eine Dritte im Bunde gefunden ist. Kyla war früher Lehrerin, ist jedoch aufgrund eines Traumas – Mobbing im Unterricht? - auf unbestimmte Zeit vom Unterricht beurlaubt. Sie stottert stark, findet jedoch langsam zu neuem Selbstbewusstsein, da sie, indem sie sich um Steve kümmert, wieder eine Aufgabe hat. Kyla vernachlässigt sogar ihre eigene Familie, um sich ganz Diane und Steve zu widmen. Tatsächlich scheint Steve gute Fortschritte zu machen...

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MommyMommy - Antoine Olivier PilonMommy - Anne DorvalMommy - Antoine Olivier PilonMommy - Anne DorvalMommy - Anne Dorval und Antoine Olivier Pilon


Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse5 / 5

Der Frankokanadier Xavier Dolan hat mit seinen erst 25 Jahren bereits fünf Spielfilme gedreht, die sich allesamt durch ihre große Kraft und Originalität auszeichnen. Bei seinem neuen Film "Mommy" ist bereits ab dem ersten Bild auf der Leinwand deutlich, dass den Zuschauer auch hier ein äußert ungewöhnliches Seherlebnis erwartet. Denn das Bildformat ist kein übliches Breitformat, sondern ein leichtes Hochformat, das fast quadratisch wirkt. Dies ist keineswegs ein leerer Manirismus. Nicht nur, dass der Kameramann André Turpin es hervorragend versteht jederzeit das Optimale aus dem ungewöhnlichen Format herauszuholen. Mit der Zeit offenbart sich auch, dass dieses Format ausgesprochen gut die so intime, wie intensive Geschichte unterstützt. Der enge Bildausschnitt macht zudem die herrschenden engen Verhältnisse spürbar. Letzteres wird spätestens deutlich, wenn sich das Format an zwei Stellen unverhofft ins Breitbild ausdehnt. Die starke optische Wirkung entspricht der großen inneren Freiheit und Unbekümmertheit in den entsprechenden Szenen.

Dies spiegelt auch, dass in "Mommy" der Ausnahmezustand der Normalzustand ist und umgekehrt: In dem gezeigten engen gesellschaftlichen Umfeld, ist nicht nur Steve ein Außenseiter. Auch seine leicht überkandidelte Unterschichtenmama und die sprachgestörte Kyla befinden sich nach amerikanischen Werten eindeutig auf der Loser-Seite des Lebens. Zugleich ist "Mommy" ein Film, der ein ungewöhnlich intensives Gefühl ungebremmster Lebensfreude verströmt. So wird Steve nicht einfach auf den gestörten Jungen reduziert. Ihn zeichnen auch eine enorme Energie und ein großes Charisma aus. Ist Steve gut drauf, ist er äußerst charmant und flirtet sogar mit Kyla. Mal tanzt Steve ausgelassen in der Küche zu Cécile Dijon. Dann schleudert er auf dem Parkplatz eines Supermarktes schreiend einen Einkaufswagen im Kreis herum. Fühlt Steve sich hingegen provoziert – und das passiert in einer Tour – wird das Gegenüber mit einem nicht abreißen wollenden Schwall an übelsten Schimpfwörtern eingedeckt. In solcher Verfassung neigt Steve auch derart stark zu körperlicher Gewalt, dass sich selbst seine "Mommy" vor ihm in die hinterste Kellerecke versteckt. In solchen Situationen leidet man unweigerlich mit beiden gleichermaßen mit.

Fazit: Xavier Dolans neues Meisterwerk zeichnet eine einmalige emotionale Wucht aus. Das Drama ist nicht weniger, als der beste Film des Jahres 2014.




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Land: Frankreich, Kanada
Jahr: 2014
Genre: Drama
Länge: 139 Minuten
FSK: 12
Kinostart: 13.11.2014
Regie: Xavier Dolan
Darsteller: Anne Dorval als Diane (Die) Després, Antoine-Olivier Pilon als Steve Després, Suzanne Clément als Kyla
Verleih: Weltkino Filmverleih

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