VG-Wort
Die Domain Spielfilm.de verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Durch die Nutzung unserer Seite erklärst Du Dich damit einverstanden. Weitere Cookie-Informationen findest Du hier.

Ok, einverstanden!

oder
Die Maisinsel
Die Maisinsel
© Neue Visionen

Kritik: Die Maisinsel (2014)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

"Die Maisinsel" ist der neueste Film des 52-jährigen georgischen Regisseurs und Filmemachers George Ovashvili, der auf vielen renommierten, internationalen Filmfestivals (z.B. in Karlsbad) Preise abräumen konnte und deshalb von Georgien ins Rennen um den besten nicht-englischsprachigen Film geschickt wurde. Wie so oft in den Filmen von Ovashvili, spielt die unrühmliche Vergangenheit seiner Heimat, des kriegsgebeutelten Georgien, eine große Rolle. In "Die Maisinsel" ist es der Konflikt zwischen Georgien und der Region Abchasiens, der als Hintergrund für dieses leise, sinnbildliche Drama dient.

Der 213-Kilometer-lange Enguri befindet sich an der Südgrenze der Region Abchasien und ist enorm wichtig für die Energieversorgung des Landes. Die Gegend ist geprägt von einer unwirtlichen, kargen Natur, die von Regisseur Ovashvili immer wieder optisch reizvoll und in ruhigen, fast hypnotischen Bildern eingefangen wird. Ebenso karg und minimalistisch-reduziert wie die Naturgegebenheiten in dieser Region, gestaltet sich im Prinzip die komplette Inszenierung des Films: Worte fallen fast gar nicht, der Film lebt vielmehr von der Verbalkommunikation der Protagonisten als von Dialogen und gesprochenem Wort. Weiteres Indiz für den Minimalismus: die Maisinsel als nahezu einzigen Schauplatz des Films zu wählen, auf dem sich die Handlung abspielt.

Dass der Film trotz seiner einfachen Handlung und der fehlenden inhaltlichen Vielfalt dennoch äußerst spannend geraten ist, ist das große Verdienst von Regisseur Ovashvili, mit einfachsten und geringsten Mitteln einen zwar meditativ angehauchten, aber dennoch mitreißenden Film zu kreieren. Immer wieder lässt er das nach dem verletzten Soldaten suchende Militär-Boot aufkreuzen, natürlich immer zu den ungünstigsten Momenten, und zieht damit gehörig die Spannungsschraube an. Auch hört man in der Ferne oft Schüsse, was auf den bewaffnet und erbittert geführten Konflikt verweist, der sich in unmittelbarer Nähe abspielt und durch die unheilvolle Geräuschkulisse immer präsent ist. So schafft Ovashvili auch ein beständiges Gefühl der Anspannung, Angst und der Sorge - sowohl beim Zuschauer als auch bei Abga und Asida.

Fazit: Ruhiges, meditativ angehauchtes Natur-Drama vor beeindruckend-karger Kulisse, mit geringsten und einfachsten Mitteln inszeniert.




Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.