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Im Namen meiner Tochter - Der Fall Kalinka (2016)

Au nom de ma fille

Tatsachendrama: Ein Vater muss drei Jahrzehnte dafür kämpfen, dass der Tod seiner Tochter aufgeklärt wird.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4.0 / 5

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Der französische Buchhalter André Bamberski (Daniel Auteuil) lebt mit seiner Frau Dany (Marie-Josée Croze) und den gemeinsamen Kindern Kalinka und Pierre in Marokko. Als Dany eine Affäre mit dem deutschen Arzt Dieter Krombach (Sebastian Koch) beginnt, kommt es zur Scheidung. Am 10. Juli 1982, während Bamberski mit seiner neuen Freundin Cécile (Christelle Cornil) im Urlaub ist, wird die inzwischen 14-jährige Kalinka (Emma Besson), die den Sommer mit ihrem Bruder (Antoine Milhaud) bei der Mutter und Krombach in Lindau am Bodensee verbrachte, tot aufgefunden. Krombach behauptet, alles unternommen zu haben, um das Mädchen wiederzubeleben – doch der Autopsiebericht wirft viele Fragen auf. So stellt sich etwa heraus, dass Krombach Kalinka am Abend zuvor eine Injektion verabreicht hat. Dem Verdacht auf Vergewaltigung wurde in der Obduktion indes nicht nachgegangen. Bald werden die Ermittlungen eingestellt und der Fall gilt als abgeschlossen. Zwar gelingt es Bamberski, weitere Untersuchungen zu erwirken und dazu beizutragen, dass Krombach in Frankreich verurteilt wird – dennoch scheitert eine Verbüßung der Haftstrafe daran, dass die deutsche Justiz sich weigert, Krombach auszuliefern. Im Jahre 2009 fasst Bamberski den Entschluss, Krombach entführen und nach Frankreich bringen zu lassen.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse2 / 5

Vincent Garenqs "Im Namen meiner Tochter – Der Fall Kalinka" schildert eine wahre Begebenheit: den drei Jahrzehnte umspannenden Kampf von André Bamberski um die Aufklärung des Todes seiner 14-jährigen Tochter. Das Drehbuch, das Garenq gemeinsam mit Julien Rappeneau frei nach Bamberskis Autobiografie verfasste, nimmt die Perspektive des Vaters ein. Die Erzählung beginnt im Jahre 2009, ehe in einer langen Rückblende die Ereignisse ab 1974 in chronologischer Reihenfolge auf die Leinwand gebracht werden. Mit vielen Zeitsprüngen werden somit 35 Jahre im Leben der Hauptfiguren abgebildet. Die vergleichsweise kurze Laufzeit des Films von 87 Minuten hat zur Folge, dass eine Vertiefung an etlichen Stellen nicht stattfinden kann: Einige Szenen brechen recht unvermittelt ab; Hintergründe – insbesondere in Bezug auf die deutsche Justiz – bleiben im Unklaren und die Motive sowie inneren Zustände diverser Figuren, allen voran die von Kalinkas Mutter Dany, werden kaum beleuchtet.

Dank solider, nie zu aufdringlicher Masken- und Kostümarbeit sowie souveräner Schauspielleistungen wird indes das Altern aller Beteiligten glaubhaft umgesetzt. Daniel Auteuil ("Caché") vermag die Hartnäckigkeit von Bamberski zu vermitteln, aber auch dessen Tragik: Um den schuldigen Dieter Krombach ins Gefängnis zu bringen und seiner toten Tochter damit Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, gibt Bamberski sein gesamtes Leben auf – worunter nicht zuletzt das Verhältnis zu seinem Sohn Pierre sowie seine neue Beziehung zu leiden haben. Als Antagonist verkörpert Sebastian Koch ("Das Leben der Anderen") einen Charismatiker, der Dany mit klassischer Musik verführt; Krombachs Psyche widmet sich der Film jedoch nicht. Marie-Josée Croze fällt als Mutter ein undankbar-passiver Part zu – in einigen wenigen Momenten gegen Ende kann sie allerdings andeuten, wie Dany sich ihrer Verdrängung der schrecklichen Wahrheit bewusst wird.

Dass Garenq und Rappeneau den Stoff nicht als Vorlage für einen Rachethriller mit typischen Genre-Situationen nutzen, ist erfreulich; weitgehend setzt der Film auf Realismus. Gleichwohl ist "Im Namen meiner Tochter – Der Fall Kalinka" nicht frei von reißerischen Bildern, etwa in der Darstellung einer späteren Vergewaltigungstat von Krombach. Überdies ist die musikalische Untermalung oft wenig subtil.

Fazit: Eine gut gespielte, jedoch nicht durchweg überzeugend inszenierte Verfilmung eines Justizskandals, die sich nicht ausreichend Zeit für ihr Thema nimmt.




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Filminfos & CreditsAlles anzeigen

Land: Frankreich
Jahr: 2016
Genre: Drama
Kinostart: 20.10.2016
Regie: Vincent Garenq
Darsteller: Daniel Auteuil als André Bamberski, Sebastian Koch als Dieter Krombach, Marie-Josée Croze als Dany
Verleih: Koch Media

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Epilog:
Dieter Krombach (80) sitzt derzeit seine 15-jährige Haftstrafe in Frankreich ab. Ihm werden außer der Tötung Kalinkas noch die Vergewaltigung einer 16-jährigen Patientin im Jahr 1997 [...mehr] zur Last gelegt, für die er zu einer Bewährungsstrafe verurteilt wurde. 2007 wurde er zu einer Gefängnisstrafe von zwei Jahren und vier Monaten wegen ärztlicher Tätigkeit trotz Verlusts seiner Approbation verurteilt. Er beteuert bis heute seine Unschuld am Tod von Kalinka Bamberski.

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Drehstart: "Bamberski - Der Fall Kalinka (AT)"
Die Geschichte eines der größten Justizdramen der letzten Jahrzehnte wird verfilmt




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