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The Visit (2015)

Beim Besuch ihrer bislang unbekannten Großeltern werden Becca und Tyler das Gefühl nicht los, dass die alten Leute etwas Böses im Schilde führen.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3.4 / 5

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Eine alleinerziehende Mutter (Kathryn Hahn) staunt nicht schlecht, als sich ihre Eltern bei ihr melden, mit denen sie seit einem heftigen Streit vor vielen Jahren nicht mehr geredet hat. Die alten Leute möchten unbedingt ihre Enkelkinder kennenlernen und laden sie zu einem Besuch auf ihrer Farm in Pennsylvania ein. Die 15-jährige Becca (Olivia DeJonge) und ihr kleiner Bruder Tyler (Ed Oxenbould) lassen sich nicht lange bitten und machen sich auf die Reise zu ihren Großeltern, denen sie noch nie zuvor begegnet sind. Als begeisterte Cineastin und angehende Regisseurin nimmt die Teenagerin allerhand Videoequipment mit, da sie eine ausführliche Dokumentation über ihren einwöchigen Aufenthalt drehen will. Nana (Deanna Dunagan) und Pop Pop (Peter McRobbie) bereiten den Geschwistern einen herzlichen Empfang, legen von Anfang an aber auch ein etwas merkwürdiges Verhalten an den Tag, das vor allem Tyler irritiert. Als sich die seltsamen Vorkommnisse häufen, beschließen Becca und ihr Bruder, dem Geheimnis auf den Grund zu gehen, das die alte Farm umgibt.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse4 / 5

Totgesagte leben länger! Diese Binsenweisheit darf auch der Regisseur und Drehbuchautor M. Night Shyamalan für sich beanspruchen, der nach der Thriller-Überraschung "The Sixth Sense" als neues Wunderkind gefeierte wurde, im Anschluss jedoch böse abstürzte. Einen neuen kreativen Tiefpunkt erreichte der Filmemacher vor zwei Jahren mit dem aufgeblasenen Science-Fiction-Blockbuster "After Earth", der sich als gähnend langweilige Two-Men-Show für Will und Jaden Smith entpuppte. Im Anschluss drehte Shyamalan dem großen Hollywood-Geschäft den Rücken zu und brachte sich als ausführender Produzent und Pilotfolgenregisseur in die Mystery-Serie "Wayward Pines" ein. Ein Schritt zurück zu seinen Wurzeln, den auch das selbst finanzierte Folgeprojekt "The Visit" kennzeichnet.

Frei von üblichen Studiozwängen – Genre-Produzent Jason Blum und Verleiher Universal stiegen erst später ein – konnte Shyamalan hier seiner Fabulierfreude frönen und präsentiert dem Zuschauer einen kleinen, garstigen, gleichzeitig aber auch ungemein witzigen Horrorstreifen, der fast ausschließlich an einem Schauplatz spielt. Gewagt ist dabei nicht nur die Mischung aus Grauen und Komik, sondern auch der inzwischen recht ausgelutschte Doku-Stil, den unzählige Billig-Schocker ohne Sinn und Verstand benutzen. Logikprobleme tauchen in diesem Fall spätestens dann auf, als sich im makaber-düsteren Finale die Ereignisse überschlagen. Trotz aller Panik wird selbst an dieser Stelle die Handkamera weiter mitgeführt.

Während viele Found-Footage-Filme irgendwann in den Dauerwackelmodus schalten und den Betrachter damit ermüden, greift Shyamalan nur in ausgewählten Momenten auf hektisch-unübersichtliche Bilder zurück. Etwa als Becca (Olivia DeJonge) und ihr kleiner Bruder Tyler (witzig und sympathisch: Ed Oxenbould) unter dem Haus ihrer Großeltern unbeschwert Verstecken spielen und plötzlich in eine wilde Hetzjagd verwickelt werden. Nicht nur hier übertragen sich die Angst und die Beklemmung der Protagonisten direkt auf das Publikum, was das Mitfiebern umso leichter macht. Wichtig ist in diesem Zusammenhang freilich auch, dass Becca und Tyler – anders als die genretypischen Pappkameraden – nie zu billigem Kanonenfutter verkommen. Im Gegenteil: Das Drehbuch nimmt ihre Sorgen und Probleme ernst und erzählt zwischen den Zeilen sogar von einem Familiendrama, das keineswegs banal oder aufgesetzt erscheint.

Am meisten überrascht an "The Visit" die Verknüpfung von handfestem Unbehagen und schreiend komischen Szenen, was durchaus hätte peinlich werden können. Shyamalan gelingt es allerdings, Verunsicherung und Humor so zu verschmelzen, dass eine eigenwillig-abgründige Stimmung entsteht, die mit einem simplen, aber wirkungsvollen Plot-Twist im letzten Drittel in ein bizarres Horrorszenario umschlägt. Ein Finale, das trotz kleiner Plausibilitätsdefizite schockiert und mitreißt. Auch wenn der schwarzhumorige Schauerstreifen sicherlich nicht alles richtig macht (etwas überflüssig wirken beispielsweise die ständigen Meta-Kommentare zum Filmemachen), entsendet der in den letzten Jahren viel gescholtene Regisseur ein deutliches Lebenszeichen. Hoffen wir, dass er es dabei nicht belässt!

Fazit: Unheilvolle Gruselstimmung und pointierte Situationskomik gehen in M. Night Shyamalans kleiner Horrorübung erstaunlich gut zusammen und sorgen für ein kreatives Comeback des böse abgestürzten Hollywood-Wunderkindes.




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Land: USA
Jahr: 2015
Genre: Komödie, Horror
Kinostart: 24.09.2015
Regie: M. Night Shyamalan
Darsteller: Kathryn Hahn als Mutter, Ed Oxenbould als Tyler Jamison, Olivia DeJonge als Rebecca Jamison
Verleih: Universal Pictures International

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