oder

Ein Mann wird gejagt (1966)

The Chase

US-Thriller mit Marlon Brando und Robert Redford über einen Sheriff, der einen Gefängnisausbrecher vor einem Lynchmob schützt.User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4.0 / 5

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Sheriff Calder arbeitet in der texanischen Kleinstadt Tarl. Obwohl er großen Wert auf seine Unbestechlichkeit legt, gilt er als Erfüllungsgehilfe des lokalen Ölmagnaten Val Rogers. Der Kleinganove Charlie 'Bubber' Reeves, zu dessen Verhaftung Val Rogers beitrug, flieht aus dem Gefängnis und will heimkehren. Zahlreiche Ortsbewohner sind – aus unterschiedlichen Gründen – gegenüber Reeves feindselig eingestellt. Bubber versteckt sich bei einem Schrottplatz. Es ist eine heiße Nacht, viele Bewohner von Tarl sind stark alkoholisiert und auf Spaß und Krawall aus. Die Leute bekommen Wind vom Versteck und versuchen Bubber durch das Legen von Feuer aus dem Schrottplatz zu treiben. Der Sheriff stellt sich dem Lynch-Mob entgegen.

Filmkritik

"The Chase" (so der Originaltitel) hat die zweifelhafte Ehre eines Eintrags in dem Buch "Fiasko - Eine Geschichte von Hollywood´s Kult-Flops" aus dem Jahr 2006 erfahren. In der Tat war die Prestige-Produktion von Columbia Pictures und Regisseur Arthur Penn (dessen nächster Film "Bonnie und Clyde" ein Jahr darauf ein Mega-Hit werden sollte) an den Kinokassen grandios untergegangen. Zu Unrecht. Vielleicht mutete der Film aber auch den Zuschauern zu viel Ungeschminktes zu (und verzichtete vor allem auf ein Zuckerguss-Happy End): Es geht um Rassismus, sexuelle Revolution (viele Charaktere haben Affären), Korruption (die Stadt wird vom Öl- und Rinderbaron E.G. Marshall beherrscht) und Selbstjustiz. Penn sprach im Nachhinein schlecht über sein eigenes Werk - verbittert, dass ihm der Final Cut vom Filmstudio verwehrt wurde. Aber die spannende Geschichte, die auf einem Roman von 1952 basiert, der dann auch als Theaterstück adaptiert wurde, und vor allem die superben schauspielerischen Leistungen von Brando (der sich in einer Szene als wahrer Method Actor wirklich zusammenschlagen ließ) und aufstrebenden Talenten wie Redford, Jane Fonda und Robert Duvall machen diesen Film auch über seine bittere moralische Gesellschaftskritik hinaus sehenswert. Bond-Komponist John Barry steuerte hier seine erste Arbeit für einen Hollywood-Film bei.




Filminfos & CreditsAlles anzeigen

Land: USA
Jahr: 1966
Genre: Thriller
Länge: 135 Minuten
FSK: 16
Kinostart: 04.10.1966
Regie: Arthur Penn
Darsteller: Marlon Brando, Jane Fonda, Robert Redford



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