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FBW-Bewertung: Winnetous Sohn (2015)

Prädikat wertvoll

Jurybegründung: Der zehnjährige Max hat nur ein Ziel: die Rolle als Winnetous Sohn bei den Karl-May-Festspielen zu übernehmen. Dieser Traum bedeutet für Max auch, seine Eltern, die sich vor kurzem getrennt haben, wieder zusammen zu bringen. Für diese Ziele kämpft Max, er trainiert auf dem Abenteuer-Spielplatz bis zum Umfallen, versucht sein Bestes, um die Eltern einander wieder näher zu bringen, doch alle seine Bemühungen sind anstrengend und von geringem Erfolg gekrönt. Sein neuer Freund Morton, der unter seinen Helikopter-Eltern leidet, erkennt Max' Probleme und unterstützt ihn nach Kräften. Dabei wäre Morton rein äußerlich der bessere Indianer, denn er ist dunkelhaarig und drahtig, aber ängstlich, während Max zwar blond, bleich und etwas mollig ist, aber dafür mutig.

Aus diesem Gegensatz zieht der Film seine Stärke und Komik. Der pädagogische Impetus ist dabei kaum zu übersehen, abernicht schädlich. Nicht alles ist so, wie es auf den ersten Blick aussieht, könnte die Erkenntnis sein oder auch, dass nur der Wille zählt. Die beiden ungleichen Freunde unterstützen einander nach Kräften, denn Morton erkennt und anerkennt die Furchtlosigkeit seines Freundes, aber auch, dass erUnterstützung braucht, um sein hochgestecktes Ziel zu erreichen. In einem Moment der Verzweiflung und Mutlosigkeit betrachtet sich Max im Spiegel und verliert die Zuversicht: ?Ich bin kein Indianer?, diese Erkenntnis treibt ihn in die Krise. Doch da ist ja noch sein zweites Ziel, das er nichtaus den Augen verlieren darf: seine Eltern wieder zusammen zu bringen.

Ein Kinderfilm, der Spaß am Unperfekten und Freude an kindlichen Späßen hoch hält. Zu diesem Stoff gehört, dass der Antiheld siegt, denn Max ist bei allem Charme und Fleiß nicht der geborene Gewinner. Dass Erwachsenenie Zeit für Kinder haben, auch wenn es aus ihrer Sicht um Leben und Tod geht, dürfte keine neue Erkenntnis für junge Zuschauer sein. Darin bestätigt sie dieser Film, und dass sie sich selbst helfen müssen, wenn es darauf ankommt, eine deutliche Aufforderung zu Selbständigkeit und Eigenverantwortung.

Die Darsteller der kindlichen Rollen wie auch der Erwachsenen sind gut gewählt und geben dem Film seine Prägung. Ob nun Max' nicht erwachsen werden wollender Vater oder die Eltern von Morton, sie erfüllen die Erwartungen an eine Komödie. Nicht zu vergessen Uwe Ochsenknecht in der Rolle des Intendanten der Karl-May-Festspiele, der einige Highlight-Auftritte sein eigen nennen kann.



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