oder

V/H/S: Viral (2015)

US-Horror: Vier Found-Footage-Geschichten von unterschiedlichen Regisseuren beschwören die eher trashige Seite des Horrorfilms.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2.5 / 5

Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 2 Besucher eine Bewertung abgegeben.


Auch der dritte Teil der V/H/S-Reihe zeigt mehrerere Kurzgeschichten von unterschiedlichen Regisseuren, wovon eine die Rahmenhandlung bildet. Jene heißt "Vicious Circles" und stammt von Marcel Sarmiento. Sie zeigt eine Metropole, die am Rande der Apokalype steht. Die Menschen sind nur noch damit beschäftigt mit selbstaufgenmmenen Handyvideos kurzfristigen Ruhm zu erlangen. Die erste zusammenhängende Binnenerzählung ist Gregg Bishops "Dante the Great". In ihr findet ein gewöhnlicher Mann den Mantel eines berühmten Magiers, der ihm reale Zauberkräfte verleiht. Das zentrale Segment "Parallel Monsters" von dem Spanier Nacho Vigalondo ist in dessen Muttersprache erzählt. In der Geschichte entwickelt ein Wissenschaftler eine Apperatur, die ein Tor in eine Paralleldimension auftut, die genau seiner zu gleichen scheint. In ihr trifft er sein Ebenbild und die beiden beschließen für 15 Minuten die Plätze zu tauschen. Die abschließende Sequenz "Bonestorm" ist von den Regisseuren Justin Benson und Aaron Moorhead. In ihr treffen kiffende Skater auf Zeichnungen, die auf einen magischen Kult hindeuten und finden sich wenig später von zombiartigen Wesen bedroht

Bildergalerie zum Film

V/H/S: ViralV/H/S: ViralV/H/S: ViralV/H/S: ViralV/H/S: ViralV/H/S: Viral


Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse2 / 5

1999 kam "The Blair Witch Project" in die Kinos und erlangte aufgrund einer äußerst geschickten Vermarktung trotz seiner mäßigen filmischen Qualität schnell Kultstatus. Er begründete das Subgenre des Found-Footage-Films, das auch 15 Jahre später zahlreiche Nachfolger hervorbringt. Ein Grund hierfür ist die Tatsache, dass der Amateurfilmlook dieser Filme mit einem geringen Budget und ebenso geringem künstlerischen Talent erreicht werden kann. Was früher reines Unvermögen war, gilt jetzt als besonders hip...

Eines dieser Projekte ist die Direct-to-Video-Reihe, die aus den Filmen "V/H/S" (2012), "S-V/H/S" (2013) und dem neuen "V/H/S: Viral" (2014) besteht. Die ursprüngliche Idee bestand darin eine Rahmenhandlung zu schaffen, in der eine Reihe alter VHS-Kassetten gefunden wird, welche die unterschiedlichen Kurzfilme beeinhalten, die dementsprechend im mehr oder weniger authentischen VHS-Look gedreht wurden. In "V/H/S: Viral" wirken die einzelnen Kurzgeschichten gedoch ebenso zufällig in die Rahmenhandlung eingeschoben, wie letztere wirr ausgefallen ist. In den meisten Segmenten ist der Kameraeinsatz sehr willkürlich und bedient nicht eine spezielle VHS-Optik.

Dafür ist insbesondere das umrahmende "Vicious Circles" bemüht, in einem Minimum an Zeit ein Maximum an Bildstörungen zu entfalten. So wird die Strapazierfähigkeit des Zuschauers bereits vor dem ersten zusammenhängenden Kurzfilm "Dante the Great" dadurch auf die Probe gestellt, dass gefühlte 50% aller Einzelbilder aus Bildstörungen bestehen. Der folgende "Dante the Great" wirkt mit seiner banalen Geschichte von einem Bühnen-Magier, der tatsächlich zaubern kann, wie das Wackelkamera-Remake eines uralten Horrorfilms. Da passt einfach nicht zusammen, was nicht zusammen gehört.

Noch schlimmer ist die finale "Bonestorm"-Sequenz. Diese hat die Anmutung, als habe man einen Level aus einem schlechten Computerspiel - das zudem gerade von unkoordinierten Spielern gespielt wird - eins zu eins mit Wackelkamera nachgestellt. Das unterirdische Ergebnis wirft die Frage auf, weshalb ausgerechnet bei diesem Rohrkrepierer gleich zwei "Regisseure" notwendig waren. Immerhin klingt "V/H/S: Viral" mit einem abschließenden Teil von "Vicious Circles" recht stimmungsvoll aus.

Aber einen guten Grund, sich "V/H/S: Viral" anzusehen gibt es doch. Dieser liegt in der gelungenen "Parallel Monsters"-Episode. Zwar erinnert die Ausgangslage in dem Kurzfilm von Nacho Vigalondo ("Timecrimes", 2007) stark an den kürzlich erschienenen Sci-Fi-Film "Coherence" - Auch "Parallel Monsters" ist ein interessantes Gedankenexperiment, das mit der Idee spielt, wie es wäre, wenn es uns in einer Parallelwelt noch ein zweites Mal gäbe - Allerdings macht Nacho Vigalondo etwas völlig anderes aus dieser Idee, als James Ward Byrkit in "Coherence". Mehr soll an dieser Stelle jedoch nicht verraten werden...

Fazit: "V/H/S: Viral" enthält mit "Parallel Monsters" immerhin einen wirklich sehenswerten Kurzfilm. Der Rest gehört leider eher zum Bodensatz des Horrors.




TrailerAlle anzeigen

Zum Video: V/H/S: Viral

Filminfos & CreditsAlles anzeigen

Land: USA
Jahr: 2015
Genre: Thriller, Horror
Länge: 97 Minuten
Kinostart: 05.02.2015
Regie: Justin Benson, Gregg Bishop, Aaron Moorhead, Marcel Sarmiento, Nacho Vigalondo
Darsteller: Emmy Argo, Emilia Zoryan, Justin Welborn
Verleih: Drop-Out Cinema eG, Ofdb Filmworks

Verknüpfungen zum FilmAlle anzeigen





Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.