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Big Father, Small Father and Other Stories (2015)

Cha và con và

Vietnamesisch-französisch-deutsch-niederländisches Drama: In Saigon Ende der 90er ist eine Gruppe junger Freunde arm und trotzdem voller Lebensfreude.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 5 / 5
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In Saigon, in den späten 90ern mietet der Fotografiestudent Vu ein Zimmer in einer WG, die in einer Barackensiedlung am Flussufer liegt. Mit seiner neuen Kamera erkundet er seine Umgebung. Besonders fasziniert ihn sein Mitbewohner Thang, welcher sich im Nachtleben der Stadt, inmitten von Drogendealern, Spielern und Prostituierten wohl fühlt. Thang macht Vu mit der Bartänzerin Van bekannt und er hat Sex mit ihr – obwohl er sich eigentlich mehr zu seinem Freund hingezogen fühlt. Eines Tages wird ein anderer WG-Mitbewohner von Schutzgeld einfordernden Gangstern überfallen. Vu und Thang eilen ihm zu Hilfe. Schließlich müssen sie alle vor den Gansgtern in Vus Dorf im Mekong-Delta fliehen. Dort stellt der Vater Vu dessen zukünftige Braut vor. Doch Vus Interesse ist gering. Stattdessen beobachtet Vu eifersüchtig, wie Thang mit dem Mädchen flirtet ...

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Big Father, Small Father and Other Stories


Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse5 / 5

Das asiatische Kino ist schon lange kein Geheimtipp mehr. Viele der aufregendsten Filme kommen seit weit über einem Jahrzehnt nicht mehr aus den USA oder aus Frankreich, sondern aus Japan und aus Korea. Neu ist hingegen, dass in den letzten Jahren auch vermehrt asiatische Länder in den Fokus rücken, die zuvor weniger präsent auf der Karte des Weltkinos waren. So offenbarte sich auf der 64 Berlinale 2014 China als ein Filmland, mit dem man in Zukunft unbedingt rechnen muss. Der herausragende chinesische Neo-Noir "Feuerwerk am helllichten Tage" gewann sogar hochverdient den Goldenen Bären. Der Film besitzt eine ganze Reihe außergewöhnlicher Qualitäten, von denen sich viele ebenfalls in dem diesjährigen vietnamesischen Wettbewerbsbeitrag mit dem internationalen Titel "Big Father, Small Father and Other Stories" finden.

Dieses ungewöhnliche Drama von Phan Dang Di besticht zunächst durch seine hohe atmosphärische Dichte, seine lebennahen Charaktere und durch das gelungene Einfangen der Besonderheit verschiedener Orte: Ein Schlafzimmer in einer Wellblechhütte, wo man direkt vom Bett aus in den Fluss steigen kann. Eine nächtliche Halbwelt, bei der sich eine schmuddelige Verkommenheit mit der Faszination in schönen Farben funkelnder Lichter verbindet. Eine urwüchsige Natur, die als eine bildgewordene Verkörperung einer reinen, ungebrochenen Lebenskraft erscheint. Oft sind es auch nur einzelne locker in die Handlung eingestreute und zugleich perfekt komponierte Standbilder, welche wie Schnappschüsse, bestimmte magische Momente festhalten.

Es ist die zunächst unterschwellige, jedoch immer offenbarer werdenden Magie, die sich wie ein roter, atmosphärischer Faden - einer Lebensader gleich - durch den ganzen Film schlängelt. Eigentlich zeigt sich hier ein recht bedrückendes gesellschaftliches Szenario. Die Helden leben in sehr prekären finanziellen Verhältnissen. Mehr als einer macht falsche Angaben, um sich sterilisieren lassen zu können, um dafür eine geringfügige staatliche Prämie einzustreichen. Aber trotz dieser eigentlich traurigen Lage, sind die Protagonisten keineswegs verzweifelt, sondern akzeptieren die Dinge als Teile ihres Lebens. Und dieses Leben wissen sie in vollen Zügen zu genießen. Problematischer erscheint schon eher ein Thema, wie Homosexualität, das niemals offen angesprochen werden darf. Aber irgendwie geht es immer weiter. Irgendwie kämpft sich das Leben seine Bahn.

Fazit: Das hochatmosphärische vietnamesisches Drama gehörte zu den stärksten Wettbewerbsbeiträgen der 65. Berlinale 2015, ging jedoch leider trotzdem leer aus.




Filminfos & CreditsAlles anzeigen

Land: Vietnam, Frankreich, Deutschland, Niederlande
Jahr: 2015
Genre: Drama
Länge: 100 Minuten
Regie: Dang Di Phan
Darsteller: Truong The Vinh, Do Thi Hai Yen als Van

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