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Nocturnal Animals
Nocturnal Animals
© Universal Pictures International Germany

Kritik: Nocturnal Animals (2016)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Nach seiner erfolgreichen Romanverfilmung "A Single Man" (2009) startet nun der zweite Spielfilm des Modedesigners Tom Ford in den Kinos. Und wieder einmal ist es Fords feines Gespür für Ästhetik, das auch in "Nocturnal Animals" von der ersten Szene an für Faszination sorgt: In erlesenen Bildern führt der Regisseur und Drehbuchautor das Publikum in die mitunter steril anmutende Hochglanzwelt seiner Protagonistin ein.

Doch Ford verlässt sich nicht allein auf seine bekannten Stärken, die er bereits mit seinem Erstling unter Beweis stellen konnte, sondern wagt auch etwas: Die verschachtelte Erzählung seines Neo-Noir-Krimis führt den Filmemacher fort aus seiner Komfortzone, der präzise beobachteten Kulturszene von Los Angeles, und mitten hinein in eine dreckige Rachegeschichte voller Wüstenstaub und roher Gewalt.

Visuell wie inhaltlich gelingt dieser Spagat zwischen zwei Welten, die auf den ersten Blick nicht viel miteinander gemein haben, außer dass Jake Gyllenhaal in beiden auftritt. Doch die Filmrealität und die Romanhandlung, die die Heldin des Films beim Lesen imaginiert, verbinden sich schließlich auf sinnige und keineswegs plakative Weise. Dass die Spannung, die durch die beiden parallel ablaufenden Erzählstränge sowie einige Flashbacks evoziert wird, mit der Schlusspointe zusammenbricht, ist verzeihlich. Ford ist ein starker Thriller gelungen, dessen Ende sicherlich streitbar ist.

Fazit: Tom Fords zweiter Spielfilm nach "A Single Man" schafft es erneut, durch seine erlesenen Bilder zu betören und blickt präzise auf die Hochglanzwelt von Los Angeles. Doch der Filmemacher wagt auch Neues und überrascht mit einer verschachtelten Erzählung sowie einer gewaltvollen Rachegeschichte. Lediglich die Schlusspointe dieses starken Psychothrillers dürfte so manchen Zuschauer enttäuschen.





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