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Barbershop: The Next Cut
Barbershop: The Next Cut
© Warner Bros.

Kritik: Barbershop: The Next Cut (2016)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Bereits 14 Jahre liegt der erste Teil der Barbershop-Reihe zurück, in dem Hauptfigur Calvin den Laden ursprünglich noch verkaufen wollte. Vor allem in den USA erfreut sich die Story um den sympathischen Friseur, dessen Sohn und die Eigenheiten US-amerikanischer Barbershops, großer Beliebtheit, sogar eine Serie entstand. Diese wurde nach wenigen Folgen aber wieder eingestellt. Der Rapper Ice Cube produzierte den Film selbst und holte sich wieder eine ganze Reihe an namhaften Schauspiel- und Musikerkollegen mit ins Boot, die in Nebenrollen auftreten: von Cedric the Entertainer und Common über Nicki Minaj bis hin zu Regina Hall. Für den Film standen Ice Cube, der in seinem Musiker-Leben bisher neun Alben veröffentlichte, 20 Millionen Dollar Budget zur Verfügung. Neben den "Friday"-Filmen gehört die "Barbershop"-Reihe zu seinen erfolgreichsten filmischen Werken.

Seit jeher zeichnen sich die Barbershop-Filme durch einen locker-leichten, humorvollen Blick auf die in den USA weit verbreitete und geschichtsträchtige Szene der Barbershops aus. Darüber hinaus gab es immer wieder soziale und gesellschaftlich relevante Themen, vor allem der Aspekt der einschlägigen und oft von Schwarzen bewohnten Viertel, die sich in den Filmen wiederfanden. Das könnte allerdings auch der Grund sein, wieso die Filme außerhalb der USA auf weit weniger Interesse stoßen. Die Gang-Kultur ist in den USA am verbreitetsten – und wird von Ice Cube auch verstärkt in Barbershop 3 aufgegriffen.

Dem Film ist es hoch anzurechnen, dass er auch unangenehme und durchaus kritische Themen (etwa den Einfluss von Gewalt auf die schwarze Gemeinde und das Leben in "Problemvierteln" allgemein) nicht ausspart, diese aber zumeist sympathisch und komödiantisch verpackt. Ebenso wie die teils schon sehr heftigen, politisch unkorrekten Äußerungen einiger der Kunden und Freunde von Calvin, die zwar deftig und witzig rüber kommen, aber doch nicht selten heikle Themen betreffen. "Barbershop 3" scheut nicht davor zurück, die Probleme klar an- und auszusprechen und auch Gewalt ist in den Szenen öfter vorhanden – was sich bei der Gang-Thematik nur schwer vermeiden lässt. Großartig ist die Idee der Betreiber, für einen zweitägigen Waffenstillstand im Viertel – ein 48-stündiges Schweigen der Kanonen quasi – zu sorgen, währenddessen man den Gangmitgliedern im Laden kostenlos die Haare schneiden will. Unterhaltsam sind auch die unzähligen Gespräche und unterschiedlichen Ansichten der männlichen wie weiblichen Kunden im Laden. Diese liefern sich zudem immer wieder einen köstlichen Kampf der Geschlechter. Einen unnötigen Subplot um die Liebschaft eines bestimmten Protagonisten im Film, hätte es da allerdings nicht gebraucht.

Ärgerlich ist allerdings, dass Ice Cube zu keinem Zeitpunkt einen Hehl aus seiner Sympathie für Barack Obama und dessen Politik macht. Schwülstige Ansprachen und Äußerungen, etwa zu Obamas Herkunft, machen deutlich, wie es um die politische Gesinnung des Rappers steht. Zwar sind die Anspielungen zum Teil nur angedeutet und (einigermaßen) sinnvoll in die Handlung integriert, aber dann wiederum doch so auffällig und klar, dass es schlicht zu viel des Guten ist. Dies schmälert dann doch den Gesamteindruck bzw. ist ein Ärgernis: ein Film, der hinter vorgehaltener Hand politisch ist und die Ansichten des Hauptdarstellers und Produzenten eindeutig kommuniziert.

Fazit: Unterhaltsamer, ebenso humorvoller wie sozialkritischer Einblick in die Kultur der US-Barbershops mit vielen skurrilen Figuren. Die allzu deutlichen politischen Untertöne und Statements, die auf Ice Cubes eigene Gesinnung schließen lassen, hätte es aber nicht gebraucht.





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