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Kritik: Max (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

"Max" ist der erste Film des israelischen Regisseurs Boaz Yakin seit dem Actionfilm "Safe" mit Jason Statham von 2012. Auf dem Regiestuhl sitzt der 49-jährige ohnehin eher selten. Vor allem als Drehbuchautor hat sich Yakin in der Vergangenheit einen Namen gemacht, so wirkte er u.a. an den Skripten zu dem Mystery-Thriller "Now you see me" oder dem Action-Abenteuer "Prince of Persia" mit. "Max" wurde im Spät-Frühling und Sommer 2014 gedreht und ist eine der ersten Hollywood-Produktionen, die das Thema der Militärhunde familienfreundlich aufbereitet - oder dies zumindest versucht. Für den 15-jährigen Hauptdarsteller Josh Wiggins ist "Max" zudem die erste Hauptrolle in einem Film.

"Max" ist von vornherein eine äußerst zwiespältige Angelegenheit, da er sich weder hinsichtlich einer eindeutigen Tonalität noch bzgl. einer klaren Genre-Ausrichtung festlegen kann und will. Regisseur Yakin frönt seiner kompromisslosen Action-Leidenschaft, die er bereits bei "Safe" ausleben konnte, vor allem zu Beginn und am Ende des Films. Schon in den ersten Minuten weist der Film teils harte Kriegs-Action auf und auch das Ende ist extrem bleihaltig geraten. Das wäre alles nicht weiter dramatisch und ist größtenteils sogar überzeugend und glaubwürdig inszeniert, nur passt diese Härte ins keinster Weise zu einem Familien-Drama und schon gar nicht zur anvisierten Zielgruppe. Zumal man bedenken muss, dass es zwischendurch immer wieder derart rührselig und gefühlsduselig zugeht, dass sich diese Action-Elemente noch weniger stimmig ins Gesamtkonzept einfügen.

Diesen übertriebenen Gefühls-Schmalz machen vor allem die oft unnötig auf die Tränendrüse drückenden, allzu larmoyanten Einzelszenen deutlich: etwa dann, wenn Max - immer noch zutiefst traumatisiert und verstört - bei der Beerdigung von Kyle zum Sarg seines ehemaligen Herrchens stürmt, wild umherspringt und damit die Anwesenden (und sicher auch einige Zuschauer) zutiefst rührt. Wenn sich Justin dann dem post-traumatisierten Hund immer weiter annähert und mehr und mehr dessen Vertrauen gewinnt, dann erfüllt "Max" auch noch das ein oder andere Drama-Klischee.

Action, Familienfilm, Abenteuer, Drama - all diese Genres streift der Film und dann versucht er im letzten Drittel auch noch allzu gekünstelt und gewollt als Jugend-Kriminalfilm durchzugehen, wenn sich Justin daran macht, das Geheimnis um den Tod seines Bruder gemeinsam mit Max aufzuklären und hinter das Geheimnis der wahren Ereignisse in Afghanistan zu kommen. Positiv an "Max" sind lediglich die überzeugenden Leistungen von Josh Wiggins und vor allem von Hund Max, der die Sympathien der Zuschauer bereits nach wenigen Minuten auf seiner Seite hat.

Fazit: Wenig überzeugender Genre-Salat, dessen überzogene Action-Szenen mit den rührselig-kitschigen, emotionalen Momente einfach nicht zusammenpassen.





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