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Blumhouse präsentiert: Wahrheit oder Pflicht
Blumhouse präsentiert: Wahrheit oder Pflicht
© Universal Pictures International

Kritik: Blumhouse präsentiert: Wahrheit oder Pflicht (2018)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Wenn junge Leute feiern und den Ernst des Lebens für eine Weile links liegen lassen, geschehen mitunter schlimme Dinge. Von den geheimen Ängsten Jugendlicher, die Strafe fürchten, weil sie über die Stränge schlagen, speist sich das Subgenre des Teenie-Horrorfilms. Außerdem lauert auch aus Sicht der Gesellschaft böse Gefahr, wenn sich berauschte junge Leute in triebgesteuerte Wesen verwandeln, die Werte und Normen missachten. Harmony Korines "Spring Breakers" erzählte davon 2012 mit satirischem Biss. In dem Bodycount-Horror von Regisseur Jeff Wadlow ("Cry Wolf") müssen sich die jungen Protagonisten mit ihren geheimen Ängsten, Lügen und wunden Punkten befassen, nachdem sie in Feierlaune in die Fänge eines Dämons aus dem Nachbarland Mexiko geraten. Dort gibt es ja bekanntlich, zumindest in der Wahrnehmung ausländischer Touristen, jede Menge mit Geistern verbundenen Aberglauben, der Gänsehaut verursachen kann.

Eine Einleitungsszene, die mit einem Mord endet, zeigt, dass das mysteriöse tödliche Spiel auch außerhalb von Olivias Clique sein Unwesen treibt. Es hat etwas mit der verlassenen Kirche zu tun und Olivia und ihre Freunde müssen sich beeilen, das Rätsel zu lösen, wenn sie überleben wollen. Es gibt Jump Scares, zu Fratzen verzerrte Gesichter von Leuten, in die der Dämon fährt, unheimliche Stimmen. Den bitteren Ernst der Lage verdeutlichen außerdem ein paar starke Szenen wie jene, in der Olivias Freundin Penelope (Sophia Ali) auf dem Rand eines Daches balancieren und eine Wodkaflasche leeren muss, weil das Spiel ihr diese Pflichtaufgabe stellt. Olivia und die anderen Freunde rennen unten mit einer Matratze herum, nur um zu merken, dass das nicht ausreichen wird…

Nicht nur die Todesangst macht den Freunden zu schaffen, sondern auch, wie das Spiel sie mit ihren inneren Nöten konfrontiert. Olivia und Markie belastet eine unklare Dreiecksbeziehung mit Lucas (Tyler Posey) und außerdem ein schlimmes Geheimnis. Brad (Hayden Szeto) verschweigt seine Homosexualität gegenüber dem Vater. Olivia muss lernen, dass moralische Entscheidungen nicht so leicht zu treffen sind, wie sie dachte, als sie die erste Frage im Spiel beantwortete. Aus all diesen Zutaten aber formt sich nur mühsam eine Geschichte. Die Dramaturgie wirkt oft holprig oder fahrig, so dass es mit der Spannung hapert. Die Charaktere sind zu oberflächlich, um das Mitfiebern zu ermöglichen und es bleibt auch zu lange unklar, worin die Chance besteht, den Dämon loszuwerden. So stellt sich auf Zuschauerseite irgendwann eine gewisse Resignation gegenüber dem kruden Geschehen ein.

Fazit: Der Horrorthriller des Regisseurs Jeff Wadlow lässt den Tod in einer Gruppe studentischer Freunde wüten, denen ein mexikanischer Dämon immer neue Runden eines gnadenlosen Spiels aufzwingt. Die verrätselte und auch grausige Geschichte fährt eine Reihe bewährter Versatzstücke des Genres auf, wirkt aber recht holprig im Aufbau und macht es den Zuschauern nicht gerade leicht, mit den Charakteren mitzufiebern.




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