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Kritik: Radio Heimat (2016)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Nachdem mit "liegen lernen" 2003 bereits ein Roman des Schriftstellers und Kabarettisten Frank Goosen den Sprung auf die große Leinwand geschafft hat, folgt mit "Radio Heimat" nun eine weitere Verfilmung eines Goosen-Buchs. Matthias Kutschmann orientiert sich mit seinem Kinodebüt "Radio Heimat" an der gleichnamigen Kurzgeschichtensammlung, die wie auch schon "liegen lernen" eine Coming-of-Age-Story im Ruhrpott erzählt.

Das ist inhaltlich zwar wenig originell, aber von Kutschmann immerhin flott und kurzweilig inszeniert. Während der Plot um die vier jungen Protagonisten austauschbar bleibt, können vor allem die prominent besetzten Nebenfiguren überzeugen. Originale aus dem Pott wie Anja Kruse, Elke Heidenreich oder Uwe Lyko sorgen für Charme und einige witzige Auftritte.

Leider mag nicht jeder Gag zünden und auch der Wechsel zwischen einer Jugend in den 1980ern und Erinnerungen an die 1960er erweist sich nicht immer als sinnvoll. "Radio Heimat" wirkt mitunter überladen und unentschlossen, für eine kohärente Spielfilmhandlung scheint die aus einzelnen kurzen Erzählungen bestehende Vorlage nicht ideal gewesen zu sein. So erinnert Kutschmanns Komödie eher an eine Sketchshow als an einen Kinofilm – allerdings an eine über weite Strecken sehr unterhaltsame.

Fazit: Regisseur Matthias Kutschmann macht mit seiner kurzweiligen Inszenierung den austauschbaren Plot seines Kinodebüts wett. Doch trotz prominent besetzter Nebenfiguren und viel typischem Ruhrpott-Charme kann "Radio Heimat" nicht ganz überzeugen: Zu sehr erinnert die Komödie an eine unterhaltsame Sketchshow, für einen kohärenten Kinofilm scheint die aus kurzen Erzählungen bestehende Vorlage von Frank Goosen keine ideale Wahl gewesen zu sein.





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