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Die Mitte der Welt (2016)

Verfilmung des gleichnamigen Jugendromans von Andreas SteinhöfelKritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 5 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4.3 / 5

Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 7 Besucher eine Bewertung abgegeben.


Der 17-jährige Phil (Louis Hofmann) kehrt aus dem Französisch-Sommercamp nach Hause zurück. Doch seine Zwillingsschwester Dianne (Ada Philine Stappenbeck), mit der er sich immer so gut verstanden hat, geht ihm zugeknöpft aus dem Weg. Und seine Mutter Glass (Sabine Timoteo) schweigt sich darüber aus, was hier vorgefallen ist. Aber dieses Verhalten ist Phil schon von klein auf gewöhnt: Glass wollte den Kindern nie verraten, wer ihr Vater ist. Und immer, wenn sie sich an einen neuen Mann an ihrer Seite gewöhnten, blieb er wieder weg, ohne dass die Mutter mehr als einen Satz darüber verlor.

Phil verliebt sich bis über beide Ohren in den neuen Mitschüler Nicholas (Jannik Schümann). Die beiden erleben glückliche Stunden und genießen den Sommer auch zu dritt, beim Baden mit Phils bester Freundin Kat (Svenja Jung). Doch Phil ist unsicher, ob Nicholas ihn auch wirklich liebt. Und er spürt, wie sehr ihn die Sehnsucht nach dem unbekannten Vater umtreibt. Als Dianne endlich mit dem Geheimnis herausrückt, das sie belastet, erkennt Phil, wie tief der Riss ist, der quer durch seine Familie führt.

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Drehstart von 'Die Mitte der Welt' - Die Darsteller...n.r.)Die Mitte der Welt - Frisch verliebt: Phil (Louis...re.)Die Mitte der Welt - Das Leben ist so bunt wie...haft.Die Mitte der Welt - Zwischen Mutter (Sabine Timoteo)...muss.Die Mitte der Welt - Glass (Sabine Timoteo)...Weg.Die Mitte der Welt


Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse5 / 5

Dem österreichischen Regisseur Jakob M. Erwa ist mit diesem Jugendfilm eine hervorragende Adaption des gleichnamigen Romans von Andreas Steinhöfel gelungen. Die bewegende Coming-of-Age-Geschichte eines Siebzehnjährigen, in dessen Familie es ungelöste Geheimnisse und gravierende schuldhafte Verstrickungen gibt, wird auch stilistisch sehr spannend und inspiriert erzählt. Von den 115 Minuten, die dieses in die Wehmut des Erwachsenwerdens getauchte Drama dauert, ist keine einzige zu lang.

Unglaublich, wie viel in dieser Geschichte passiert, die sich irgendwann sogar in einen Krimi zu verwandeln droht. Da sind zum einen die zartbitteren Kindheitserinnerungen Phils. Seine ein bisschen flippige, amerikanische Mutter Glass fand immer, die beiden Kinder hätten keinen Vater nötig. Die Männer, die kamen und gingen, waren nur für sie da. Das fehlende Verständnis, das Glass für sie aufbrachte, ersetzten die Zwillinge durch eine besonders innige Beziehung. Und nun, da sich Mutter und Dianne spinnefeind sind, versteht Phil die Welt nicht mehr. Alles, was ihm heute so durch den Kopf geht, weckt Erinnerungen an früher: Phil weiß instinktiv, dass er nach innen schauen muss, um sich im Hier und Jetzt zu orientieren. Und da ist diese intensive schwule Liebe zu Nicholas, die ihn so glücklich, aber auch so ängstlich macht... Die Handlung zieht ihre Kreise ohne Hast, aber wie von einer geheimen Kraft angezogen, die auf anstehende Entdeckungen verweist. Spannend ist im Grunde alles, was Phil widerfährt, weil es immer mitten durch sein Herz zu gehen scheint.

Louis Hofmann spielt den Hauptcharakter Phil sehr beeindruckend, vor allem weil er sich in Gefühlsdingen so ungeschützt und offen zeigt. Wenn er mit dem Rad im Wald unterwegs ist und sich die Kamera an seinen Rücken heftet, wirken die Aufnahmen irgendwie der Wirklichkeitsebene enthoben. Das Bild ist dann eher vor dem geistigen Auge dessen entstanden, der sich erinnert oder der innerlich so aufgewühlt ist, dass er durch einen Traum zu wandeln meint. Und auch für Phils Verliebtheit findet die Inszenierung wunderschöne Bilder, ein imaginäres, leuchtendes "Love You", auf Nicholas' Rücken geschrieben, oder Zeitlupenaufnahmen zu pulsierender Musik. Die so gut getroffene, konsequent subjektive Perspektive Phils, aus der die Geschichte erzählt wird, hebt den Jugendfilm weit über den Durchschnitt hinaus und gibt ihm eine Relevanz, die sich stimmig und zugleich wunderbar leicht anfühlt.

Fazit: Regisseur und Drehbuchautor Jakob M. Erwa ist eine hervorragende Verfilmung des gleichnamigen Jugendromans von Andreas Steinhöfel gelungen. Louis Hofmann spielt den Hauptcharakter Phil, der zwischen erster schwuler Liebe, einer lange schwelenden Familienkrise und der Sehnsucht nach dem unbekannten Vater um Orientierung ringt, bewegend verletzlich. Die Intensität jugendlichen Erlebens spiegelt sich auf wunderbare Weise im kreativen Einsatz stilistischer Mittel, die der Inszenierung eine ganz eigene Qualität verleihen.




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Land: Deutschland
Jahr: 2016
Genre: Coming-of-age
Länge: 115 Minuten
FSK: 12
Kinostart: 10.11.2016
Regie: Jakob M. Erwa
Darsteller: Inka Friedrich als Tereza, Sascha Alexander Gersak als Michael, Thomas Goritzki als Lehrer Hänel
Verleih: Universum Film

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