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Ich bin tot, macht was draus!
Ich bin tot, macht was draus!
© Camino

Kritik: Ich bin tot, macht was draus! (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

"Ich bin tot, macht was draus!" ist der zweite Spielfilm der belgischen Brüder Malandrin. Diese debütierten mit einem Thriller mit dem schönen Titel "Oú est la main de l’homme sans tête" ("Wo ist die Hand des Mannes ohne Kopf/des kopflosen Manns"). Ihre jetzige Komödie heißt im Original "Je suis mort, mais j’ai des amis" ("Ich bin tot, aber ich habe Freunde"). Bereits diese Titelwahl zeigt den ausgeprägten Sinn für das Skurrile der beiden belgischen Brüder. Mit diesem bewegen sie sich innerhalb der besonderen Filmtradition ihres kleinen Landes. Auffällig viele der wenigen belgischen Filme zeichnen sich durch einen starken Hand zu düsteren Themen und an groteske grenzende Geschichten aus. Ebenfalls auffällig ist, dass ein Großteil dieser wenigen bekannten belgischen Filme aus Flandern kommt. Dass jedoch die französischsprachigen Wallonen ihren niederländisch sprechenden Landsmännern in Sachen abgründigen Humors keineswegs nachstehen, zeigt der berüchtigte Kultfilm "Mann beißt Hund" (1992), in dem ein psychopathischer Serienmörder ein wenig aus dem Nähkästchen plaudert.

Im Vergleich zu dieser fiesen Mokumentary ist "Ich bin tot, macht was draus!" ein geradezu harmloser Spaß. Doch auch die Maladrin-Brüder haben sichtlich ihre Freude an der bewussten Überschreitung von Geschmacksgrenzen und an Tabuverletzungen. Hierzu gehört der sich im Verlaufe der Handlung geradezu zu einem Running Gag entwickelnde Umgang der Rocker mit der Asche ihres verstorbenen Sängers: Bevor jene aus praktischen Gründen im Gepäck in schlichte Plastiktüten eingeschweißt wurde, wurden Jipés sterbliche Überreste zuvor bereits aus der spießigen Urne in einen zünftigen Plastikbehälter umverlegt, in dem sich einst Mayonnaise oder Ähnliches befunden hat. Dieser ausgeprägte Hand zum Skurrilen ist die größte Stärke und zugleich die größte Schwäche des Films. Denn so forciert, wie diese Dinge auftreten wirken sie in ihrer Gesamtheit leider bereits ein wenig bemüht. Dies zeigt sich beispielsweise auch anhand der heimlichen Liebe des Verstorbenen. Bei jener handelt es sich nicht nur um einen Mann, sondern darüber hinaus auch noch ausgerechnet um einen Araber. Aber auch dies ist noch nicht genug: der schwule Araber ist zudem auch noch Pilot beim Militär!

Fazit: Diese belgische Komödie gefällt durch ihren skurrilen Humor, der jedoch teilweise ein wenig zu bemüht daherkommt.




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