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Babai (2015)

Deutsch-französisch-mazedonisch-kosovoisches Drama: Als sein Vater alleine aus dem Vorkriegskosovo flieht, folgt ihm sein 10-jähriger Sohn nach Deutschland.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5
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Der Kosovo zu Beginn der 1990er-Jahre: Eine bedrohliche Stimmung liegt in der Luft, die sich bald in Form von Krieg entladen wird. Bewaffnete Grenzposten an der Grenze zu Serbien. Nächtliche Ausgangssperre. Zivilisten, die sich bewaffnen. Mittendrin: Gesim (Astrit Kabashi) und sein 10-jähriger Sohn Nori Val Maloku), die in einer ländlichen Gegend auf der Straße Zigaretten verkaufen. Sie wohnen in der rigiden Hausgemeinschaft von Noris Onkel. Das alte Familienoberhaupt duldet keinen Widerspruch und verprügelt seinen heiratsunwilligen Sohn auch schon einmal vor versammelter Mannschaft mit der Knute. Ein erster Versuch von Gesim alleine dem Land zu entfliehen scheitert. Dafür stellt Nori seinen Vater zur Rede, weshalb er ihn einfach zurückgelassen habe. Die Antwort: Für ein Kind sei die Reise nach Deutschland zu gefährlich. Ein zweiter Fluchtversuch von Gesim glückt. Doch der kluge Nori findet Mittel und Wege, um Gesim nach Deutschland zu folgen, wo er ihn erneut zur Rechenschaft zieht.

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BabaiBabaiBabaiBabaiBabai - Regisseur Visar Morina


Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse3 / 5

"Babai" präsentiert den Kosovo vor dem Ausbruch des Bürgerkrieges als eine in archaischen Ritualen und Strukturen erstarrte Welt, welche den Menschen kaum Luft zum Atmen lässt. Es regieren das Recht des Stärkeren und des gesellschaftlichen Standes. Kinder sind hier wenig wert und müssen nicht ernst genommen werden. Sie können sogar einfach über Bord geschmissen werden, wenn dies dem Schlepper hilft, die Küstenwache abzulenken. Als sich nach Gesims Abgang im Haus von Noris Onkel Besuch ankündigt, pöbelt der alte Mann zuerst lautstark über die Frechheit, sie bereits so früh zu belästigen. Anschließend ist er jedoch die Freundlichkeit in Person, wenn es darum geht ewige lange, rituelle Begrüßungsfreundlichkeiten auszutauschen. Dabei sieht Nori dem absurden Treiben der Erwachsenen mit wachen Augen stumm zu. Und als der Onkel zur Demonstration seiner Zärtlichkeit seinen "Lieblingsneffen" an sich drückt, zieht der dem Onkel das Geld für die Zwangsheirat des Sohns aus der Tasche und macht sich damit auf der Spur seines Vaters in Richtung Deutschland davon.

"Babai" ist ein Film, der wenig erklärt, aber dabei zugleich sehr viel zeigt. In dem von Visar Morina geschriebenen und inszenierten Drama, betrachtet der Zuschauer die Welt aus dem kindlichen Blick des aufgeweckten Nori heraus. Dem mögen einige der größeren politischen und gesellschaftlichen Zusammenhänge entgehen. Aber die Menschen in seiner direkten Umgebung durchschaut er dafür mit umso größerer Klarheit. In langen, ruhigen Einstellungen von einem fast dokumentarischen Duktus folgt der Filmemacher der Odyssee dieses Kindes durch eine verrückt gewordene Welt. Während die Menschen um ihn herum Nori nicht für voll nehmen und nach besten Kräften auszunützen und zu betrügen versuchen, will er nur eins: Einen Papa ("Babai"), der wirklich für ihn da ist.

Fazit: Mit dem wachen Blick eines Kindes zeigt "Babai" eine Welt der Erwachsenen, die aus den Fugen geraten und gänzlich verantwortungslos geworden ist.




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Land: Deutschland, Frankreich
Jahr: 2015
Genre: Drama
Länge: 104 Minuten
Kinostart: 10.03.2016
Regie: Visar Morina
Darsteller: Val Maloku, Astrit Kabashi, Adriana Matoshi
Verleih: missingFilms

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