oder

Birnenkuchen mit Lavendel (2015)

Le Goût des Merveilles

Französische Romantik-Komödie über einen Mann mit Asperger-Autismus, der sich in eine Biobäuerin verliebt.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3.1 / 5

Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 8 Besucher eine Bewertung abgegeben.


Louise (Virginie Efira) bewirtschaftet seit dem Tod ihres Mannes den Bauernhof in der Provence allein. Sie baut Bio-Obst an und verkauft selbstgebackene Kuchen und Honig auf dem Markt. Aber die Mutter zweier Kinder steht vor dem finanziellen Ruin. Da läuft ihr auch noch ein fremder Mann vor das Auto, holt sich eine Platzwunde am Kopf und setzt sich einfach in die Wiese. Louise nimmt Pierre (Benjamin Lavernhe), der nicht ins Krankenhaus gebracht werden will, mit zu sich und lässt ihn in ihrem Wohnzimmer übernachten. Am nächsten Morgen ist das ganze Haus tipptopp aufgeräumt, die Vorratsgläser stehen nach Größe geordnet in Reih und Glied, und selbst über die Schularbeiten von Tochter Emma (Lucie Fagedet) hat sich der Gast ungebeten informiert.

Pierre wohnt bei einem alten Buchhändler (Hervé Pierre) in der Stadt, will aber am liebsten gleich zu Louise ziehen. Die Eigenarten des Mannes, der das Asperger-Syndrom hat, keine Aufregung mag und immer mit der Tür ins Haus fällt, werden ihr bald zu viel. Dem zurückgewiesenen Pierre, der ihr seine Gefühle nicht gestehen kann, droht eine Einweisung in ein Heim, während sich Louise anschickt, schweren Herzens einen Teil ihres Landes zu verkaufen. Sie merkt, wie sehr sie Pierre vermisst.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse4 / 5

Diese zarte romantische Komödie aus Frankreich veranstaltet ein reizvolles Spiel der Gegensätze. Ein Mann mit Asperger-Syndrom, der sich steif wie ein Roboter bewegt und immensen Wert auf Ordnung legt, verliebt sich in eine Bio-Bäuerin, die in kreativem Durcheinander um ihre Existenz kämpft. Pierre, der Held, entdeckt durch seine Gefühle für Louise, aber auch aufgrund der sinnlichen Eindrücke auf dem Land eine neue Welt, die ihn beflügelt. So erwartet auch die Zuschauer unter der Regie von Éric Besnard ein Erlebnisausflug zu blühenden Obstbäumen, Frühlingsstürmen und lukullischen Genüssen.

Zunächst erstaunt, mit welcher Freundlichkeit und Toleranz Louise den steifen Fremden gewähren lässt, der ihr Haus gar nicht mehr verlassen will. Er nimmt ein Bad, setzt sich in den Garten, hilft ihr beim Verkauf auf dem Markt. Einerseits weiß er unendlich viel, andererseits ist er oft zu direkt oder läuft weg, wenn ihn etwas erschreckt. Die Selbstverständlichkeit, mit der der Gast in ihrem Haus schaltet und waltet, geht Louise dann doch gegen den Strich. Seine Annäherung erscheint ihr plump und lächerlich besitzergreifend. Louise und Pierre sind jedoch beide auf ihre Weise als sehr sympathische Charaktere gezeichnet, deren Charme sich am besten im konflikthaften Miteinander entfaltet. Virginie Efira stellt Louise als würdevolle, attraktive und sanfte Frau dar, die auch im Chaos die Nerven bewahrt und sich von positiven Eindrücken leiten lässt. Benjamin Lavernhe spielt Pierre als einen Elefanten im Porzellanladen, der aber auf verblüffende Weise dann doch Gutes bewirkt. Wichtige Vermittlerrollen, um Louises Verständnis für Pierre zu fördern, nehmen der alte Buchhändler und ihre beiden Kinder ein, die ihn schätzen, wie er ist.

Die Geschichte wächst sich nicht zum großen Drama aus, sondern wählt den Weg der Wohlfühlkomödie, in der die Charaktere auf lustige Weise mit Blindheit geschlagen sind, solange sie den Weg ins Glück nicht erkennen. Visuell schwelgt dieser an sich so simple, aber vergnügliche Film in naturnaher Sinnlichkeit. Die Schönheit der Landschaft, das Spiel der Wolken, der rauschende Bach, die anregende, lebendige Heimeligkeit in Louises Haus, die alten Gässchen in der Provinzstadt ergeben entspannte, einladende Bilder. Ein hübscher kleiner Unterhaltungsfilm, der seinen harmonischen Kurs kitschfrei und bescheiden absolviert.

Fazit: Die romantische Wohlfühlkomödie über einen Mann mit Asperger-Syndrom, der sich in eine Landfrau und ihr naturnahes Leben verliebt, lädt zu einer unschuldigen sinnlichen Entdeckungsreise ein. Die Atmosphäre ländlicher Genüsse und ihre eigene innere Herzlichkeit ermutigt die gegensätzlichen Hauptcharaktere, sich im Spiel mit der Utopie zu erproben. Die einfache Geschichte, der Charme der Figuren und der lustig aufgeraute, aber harmonische Kurs ergeben einen ansprechenden Unterhaltungsfilm.




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Filminfos & CreditsAlles anzeigen

Land: Frankreich
Jahr: 2015
Genre: Komödie, Romantik
Länge: 101 Minuten
Kinostart: 10.03.2016
Regie: Eric Besnard
Darsteller: Virginie Efira, Benjamin Lavernhe, Lucie Fagedet
Verleih: Neue Visionen

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Die romantische Komödie "Birnenkuchen mit Lavendel" von Éric Besnard wurde im Rahmen der Preisverleihung der 32. Französischen Filmtage Tübingen-Stuttgart gleich mit drei Preisen ausgezeichnet. Der [...mehr] Film aus Frankreich begeisterte das Publikum auf ganzer Linie und gewann nicht nur den mit 2.500 Euro dotierten Tübinger Publikumspreis, gestiftet vom Tübinger Kinobetreiber Volker Lamm, sondern ebenfalls den mit 1.000 Euro dotierten Stuttgarter Publikumspreis, gestiftet vom Arthaus Filmtheater Stuttgart. Der Film erhielt außerdem den Verleihförderpreis, der mit 20.000 Euro dotiert ist und von Unifrance und der MFG Filmförderung Baden-Württemberg gestiftet wird.

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