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Birnenkuchen mit Lavendel
Birnenkuchen mit Lavendel
© Neue Visionen

Kritik: Birnenkuchen mit Lavendel (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Diese zarte romantische Komödie aus Frankreich veranstaltet ein reizvolles Spiel der Gegensätze. Ein Mann mit Asperger-Syndrom, der sich steif wie ein Roboter bewegt und immensen Wert auf Ordnung legt, verliebt sich in eine Bio-Bäuerin, die in kreativem Durcheinander um ihre Existenz kämpft. Pierre, der Held, entdeckt durch seine Gefühle für Louise, aber auch aufgrund der sinnlichen Eindrücke auf dem Land eine neue Welt, die ihn beflügelt. So erwartet auch die Zuschauer unter der Regie von Éric Besnard ein Erlebnisausflug zu blühenden Obstbäumen, Frühlingsstürmen und lukullischen Genüssen.

Zunächst erstaunt, mit welcher Freundlichkeit und Toleranz Louise den steifen Fremden gewähren lässt, der ihr Haus gar nicht mehr verlassen will. Er nimmt ein Bad, setzt sich in den Garten, hilft ihr beim Verkauf auf dem Markt. Einerseits weiß er unendlich viel, andererseits ist er oft zu direkt oder läuft weg, wenn ihn etwas erschreckt. Die Selbstverständlichkeit, mit der der Gast in ihrem Haus schaltet und waltet, geht Louise dann doch gegen den Strich. Seine Annäherung erscheint ihr plump und lächerlich besitzergreifend. Louise und Pierre sind jedoch beide auf ihre Weise als sehr sympathische Charaktere gezeichnet, deren Charme sich am besten im konflikthaften Miteinander entfaltet. Virginie Efira stellt Louise als würdevolle, attraktive und sanfte Frau dar, die auch im Chaos die Nerven bewahrt und sich von positiven Eindrücken leiten lässt. Benjamin Lavernhe spielt Pierre als einen Elefanten im Porzellanladen, der aber auf verblüffende Weise dann doch Gutes bewirkt. Wichtige Vermittlerrollen, um Louises Verständnis für Pierre zu fördern, nehmen der alte Buchhändler und ihre beiden Kinder ein, die ihn schätzen, wie er ist.

Die Geschichte wächst sich nicht zum großen Drama aus, sondern wählt den Weg der Wohlfühlkomödie, in der die Charaktere auf lustige Weise mit Blindheit geschlagen sind, solange sie den Weg ins Glück nicht erkennen. Visuell schwelgt dieser an sich so simple, aber vergnügliche Film in naturnaher Sinnlichkeit. Die Schönheit der Landschaft, das Spiel der Wolken, der rauschende Bach, die anregende, lebendige Heimeligkeit in Louises Haus, die alten Gässchen in der Provinzstadt ergeben entspannte, einladende Bilder. Ein hübscher kleiner Unterhaltungsfilm, der seinen harmonischen Kurs kitschfrei und bescheiden absolviert.

Fazit: Die romantische Wohlfühlkomödie über einen Mann mit Asperger-Syndrom, der sich in eine Landfrau und ihr naturnahes Leben verliebt, lädt zu einer unschuldigen sinnlichen Entdeckungsreise ein. Die Atmosphäre ländlicher Genüsse und ihre eigene innere Herzlichkeit ermutigt die gegensätzlichen Hauptcharaktere, sich im Spiel mit der Utopie zu erproben. Die einfache Geschichte, der Charme der Figuren und der lustig aufgeraute, aber harmonische Kurs ergeben einen ansprechenden Unterhaltungsfilm.





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