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Einmal Mond und zurück
Einmal Mond und zurück
© Paramount Pictures Germany

Kritik: Einmal Mond und zurück (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Wer an Animationsfilme denkt, dem werden wohl erst einmal zahlreiche US-amerikanische oder auch japanische Produktionen in den Sinn kommen. Europäische Trickfilme scheinen in Anbetracht der übermächtigen Konkurrenz da kaum eine Daseinsberechtigung zu haben und finden nicht nur beim internationalen Publikum selten großen Anklang, sondern lassen zudem leider oft handwerkliche Finesse vermissen. Dass es auch anders geht, zeigen etwa die Filme von Tomm Moore: Mit "Die Melodie des Meeres" gelang dem irischen Illustrator und Filmemacher 2015 ein Werk, das die hohen künstlerischen Standards von Animations-Veteranen wie Disney und Ghibli mit einem eigenständigen Blickwinkel verband und den europäischen Trickfilm zu ungeahnten Höhen führte.

Einen ganz anderen Weg als Moore, der sich entschieden auf Traditionen und Mythen seiner Heimat bezieht, geht hingegen der spanische Regisseur Enrique Gato: Mit Filmen wie "Tad Stones – Der verlorene Jäger des Schatzes!" (2012) und nun "Einmal Mond und zurück" taucht der Filmemacher tief in die US-amerikanische Popkultur ein und orientiert sich ästhetisch ganz an bekannten Vorreitern wie Pixar. Das Ergebnis sind familienfreundliche Geschichten, die bewährte Konzepte des US-Trickfilms übernehmen und sich damit stellenweise sogar den Vorwurf des Abklatschs gefallen lassen müssen.

So erweckt "Einmal Mond und zurück" mitunter den unangenehmen Eindruck einer schlechten Kopie, vor allem beim Figurendesign hätte man sich ruhig weiter von den eigenen Vorbildern entfernen können. Etwas Neues wagen Gato und sein Team auch storytechnisch nicht: Die Inszenierung ist zwar rasant, kann den konventionellen Plot aber nicht davor bewahren, dass sich schnell Ermüdungserscheinungen bemerkbar machen. Kleinere Kinder dürften der einfachen Moral und den sterotypen Figuren am ehesten etwas abgewinnen können, während die spätestens seit "Shrek – Der tollkühne Held" (2001) üblichen popkulturellen Referenzen und ironischen Kommentare komplett an jüngeren Zuschauern vorbeizielen und selbst beim erwachsenen Teil des Publikums für kaum mehr als ein müdes Lächeln sorgen dürften.

Zu oft wurde die Formel, der sich Gato bemüht, besser umgesetzt. In Zeiten, in denen Pixar und vermehrt auch wieder Disney alte Erzählmuster mit neuen Impulsen beleben sowie immer wieder technische Maßstäbe setzen, wirkt "Einmal Mond und zurück" daher wie ein Film, der einige Jahre zu spät erschienen ist.

Fazit: Enrique Gatos Animationsabenteuer orientiert sich ganz an US-amerikanischen Vorbildern wie Pixar und Disney. Im Vergleich wirkt "Einmal Mond und zurück" mit seiner konventionellen Mischung aus stereotyper Story sowie popkulturellen Verweisen jedoch allzu mutlos und uninspiriert. Lediglich jüngere Zuschauer dürften an dieser technisch und inhaltlich nicht wirklich anspruchsvollen Produktion ihre Freude haben.




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