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Pitch Perfect 3
Pitch Perfect 3
© Universal Pictures International

Kritik: Pitch Perfect 3 (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Die "Pitch Perfect"-Reihe zählte in den letzten Jahren zu den großen Überraschungserfolgen im Bereich Musik- und Musical-Film. Schon der erste Teil spielte bei Produktionskosten von überschaubaren 17 Millionen Dollar knapp 120 Millionen Dollar ein. Der zweite Teil des Franchise um die Studentin Beca, die mit eingängigen Pop-Songs das Repertoire der Gesangsgruppe Barden Bellas erfolgreich erweitert, konnte den Erfolg noch toppen: sagenhafte 287 Millionen Dollar setzte "Pitch Perfect 2" 2015 an den Kassen um. Eine der wirtschaftlich einträglichsten Produktionen des Filmjahres. Da war schnell klar: ein dritter Teil muss her. Die Dreharbeiten für "Pitch Perfect 3" begannen im Januar 2017 in Atlanta und dauerten bis April. Die Regie übernahm Trish Sie, die mit "Step Up: All in" (2014) bekannt wurde.

Die dritte "Pitch Perfect"-Produktion leidet unter einem Problem, vor dem viele Teile ganz unterschiedlicher Film-Reihen meist früher oder später stehen: Einem abgenutzten Konzept und altbekannten inhaltlichen Elementen, die einfach keinen nennenswerten Mehrwert bieten. Geschweige denn irgendwelche Neuerungen. Das ist bei "Pitch Perfect 3" leider der Fall. War der derbe Humor von Fat Amy im ersten Teil zumindest noch stellenweise witzig und boten die Gesangdarbietungen (sowohl in Teil eins als auch Teil zwei) unterhaltsame und teils spektakuläre Showeinlagen, so ist die Luft nun auch an der Stelle endgültig raus.

Einer der Gründe, wieso gerade "Pitch Perfect" auch qualitativ beziehungsweise künstlerisch so gut funktioniert hat, war seine wichtige und kluge Botschaft, die glaubwürdig vermittelt wurde: Sich so anzunehmen, wie man ist, und stolz darauf sein zu können, anders und nicht ohne Fehler zu sein. Egal ob übergewichtig und tollpatschig (Amy), verschüchtert (Beca) oder selbstverliebt (Aubrey). "Pitch Perfect 3" aber treibt dies nun auf die Spitze und geht damit nicht selten gehörig auf die Nerven. Gerade was das überkandidelte, übertrieben grobschlächtige Verhalten von Amy angeht. Diesmal darf sie sich in einigen überzogen klamaukigen, allzu Slapstick-haften Action- und Kampfeinlagen gehörig austoben, vor allen im letzten Drittel.

Hinzu kommt eine Nebenhandlung um einen lange verschollenen Vater, die nicht nur äußerst unglaubwürdig und gewollt konstruiert wirkt. Sie erweckt zudem den Anschein, die Macher wollten hier mit aller Gewalt im dritten Teil nochmal für frischen Wind sorgen und womöglich auch Action-Fans bedienen. Des weiteren wirken die Gesangseinlagen und Performances der Bellas nicht mehr so ungezwungen und schwungvoll wie in den ersten beiden Filmen. Die Luft ist schlicht raus, wobei es an der Songauswahl nicht gelegen haben kann. Denn der Soundtrack beinhaltet starke Pop-Songs wie "Cheap Thrills" (Sia) oder "Freedom '90" (George Michael), die nur leider – im Vergleich zu den Originalen – wenig überzeugend dargeboten werden.

Fazit: Die Luft ist raus. Der zotige, von derben Sprüchen durchzogene Humor von Amy nervt, und den Gesangs- beziehzungsweise Tanzeinlagen fehlt es meist an Glaubwürdigkeit sowie Schwung. Zu allem Überfluss kommen konstruierte Nebenschauplätze und ein nach drei Filmen mittlerweile stark abgenutztes Konzept hinzu.




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