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Der kleine Drache Kokosnuss 2
Der kleine Drache Kokosnuss 2
© Universum Film

Kritik: Der kleine Drache Kokosnuss - Auf in den Dschungel! (2018)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Der kleine Drache Kokosnuss und seine Freunde sind nicht nur als Figuren der Kinderbücher von Ingo Siegner beliebt und erfolgreich. Sie tummeln sich in einer TV-Serie und ihr erstes Kinoabenteuer "Der kleine Drache Kokosnuss – Feuerfeste Freunde" von 2014 zog über eine Million Besucher an und wurde in mehr als 200 Länder und Territorien verkauft. Nun kommt also ein zweites, von der Münchner Caligari Film produziertes Animationsabenteuer in die Kinos. Unter der Regie von Anthony Power ("Ritter Trenk"), der mit Gabriele M. Walther und Mark Slater auch für das Drehbuch verantwortlich ist, entfaltet sich eine routiniert wirkende Unterhaltung für das jüngste Publikum, die in Sachen Charme aber eher auf Sparflamme läuft.

Gegen die Einfachheit von Inhalt und Gestaltung ist ja nichts einzuwenden, denn Kinder mögen klare, bunte Farben und überschaubare, naiv anmutende Abläufe. Hier entsteht jedoch der Eindruck von Oberflächlichkeit. Auf der Handlungsebene ist viel los, zeitweise spielt sich das Geschehen in parallelen Strängen ab. Da gibt es Spannendes wie das Verlassen des sinkenden Schiffs, einen Tauchgang, die Erkundung der Inseln mit ihren unheimlichen Schlingpflanzen, die Begegnung mit den blauen Wasserdrachen. Zudem sind Kokosnuss, Oskar und Matilda auch noch mit ihrer Freundschaft beschäftigt und damit, wie Eifersucht auf neue Freunde die bestehenden Beziehungen gefährdet.

Aber Matilda wirkt eindimensional mit ihrer stets guten Laune und dient hauptsächlich als Begleiterin und Ratgeberin für ihre Freunde. Auch bei anderen Charakteren ist die persönliche Note wenig ausgeprägt oder auf Äußerlichkeiten beschränkt - der Chef der Fressdrachen spricht mit rheinländisch klingendem Akzent, der riesige Meeresdrache Amadeus, den Matilda kennenlernt, mit bayerischem. Dass Amadeus wegen seiner Größe einsam ist, weckt Erinnerungen an den Scheinriesen Tur Tur aus Michael Endes "Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer".

Die Handlung weist einige unvermittelte Sprünge oder Richtungswechsel auf. Ohne große Erklärung stimmen beispielsweise die bis dahin abweisenden Wasserdrachen in den Gesang ein, mit dem die Inselbesucher den musikliebenden Amadeus anlocken, damit er ihnen gegen die Schlingpflanze beisteht. Um die Handlung schlüssiger und auch attraktiver zu gestalten, hätte es logischer Überleitungen und auch einiger Ausschmückungen, die Wohlfühlatmosphäre schaffen, bedurft. Bedauerlich aber ist vor allem, dass die Figuren selbst nicht sympathisch genug werden, um die Emotionen der Zuschauer sicher andocken zu lassen.

Fazit: Das zweite Kinoabenteuer mit dem beliebten Drachen und seinen Freunden aus den Kinderbüchern von Ingo Siegner entpuppt sich als routiniert abgespulte Animationsunterhaltung für die ganz junge Zielgruppe. Die Geschichte verfügt über reizvolle Handlungszutaten wie eine expeditionsähnliche Reise in den Dschungel und die Begegnung mit neuen Drachenspezies, wirkt aber etwas achtlos zusammengestückelt. Die einzelnen Figuren entwickeln nur wenig Charme.




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