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Boris sans Béatrice (2015)

Frankokanadisches Psychodrama: Boris ist ein kalter Erfolgsmensch, den eine extrem ungewöhnliche Begegnung dazu bringt, sein gesamtes Leben zu überdenken.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3.0 / 5

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In Québec leben der erfolgreiche russischstämmige Unternehmer Boris Malinovsky und seine einst nicht minder erfolgreichen Politiker-Frau. Letzte ist jedoch aufgrund einer chronischen Depression schon länger ans Bett gefesselt, weshalb Boris für sie eine junge Ganztagsbetreuung angestellt hat. Ansonsten zählt Fürsorge nicht unbedingt zu den Tugenden des selbstgefälligen und arroganten Businessmenschen, der seinen Mitmenschen und auch seinen engsten Familienmitgliedern mit großer Kälte begegnet. Aus diesem Grunde ist Boris wahrscheinlich auch an der Erkrankung seiner Frau nicht ganz unschuldig. - Dies ist jedenfalls die Ansicht eines mysteriösen Mannes, der mit Boris Kontakt aufnimmt und ihm die Änderung seines Lebens nahe legt...

Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse3 / 5

Mit dem Psychodrama "Boris sans Béatrice" ist der kanadische Regisseur Denis Côté nach "Vic + Flo haben einen Bären gesehen" (2013) im Jahre 2016 erneut im Wettbewerb der Berlinale vertreten. Sein neuer Film ist ein über weite Strecken recht trockenes und strenges Arthouse-Drama, das durch einige surreale Einschübe eine weitere Dimension erhalten soll, was jedoch nur bedingt gelingt. Zu sehr wirken Elemente, wie der "Mystery Man" wie aus anderen Filmen entlehnte Ideen, die sich nicht so recht mit dem restlichen Geschehen zu einem kongruenten Ganzen verbinden wollen. Zu schal wirkt auch die Botschaft, die mit größtmöglichen Tamtam an Boris herangetragen wird.

Es wäre wahrscheinlich überzeugender gewesen, wenn Denis Côté seine Handlung auf einer rein realistischen Ebene belassen hätte. So hat man jedoch den Eindruck, dass der Filmemacher sich nicht richtig entscheiden konnte, was für eine Art von Film "Boris sans Béatrice" eigentlich sein soll. Dabei funktioniert er als ein reines Drama trotz der leichten Sperrigkeit sehr gut. Dies liegt zum einen daran, dass die Strenge der Inszenierung mit der Härte von Boris Charakter korrespondiert. Zudem wirken sämtliche wichtigen Charaktere sehr echt und sind mit guten Schauspielern besetzt, denen es gut gelingt, ihren Figuren Leben einzuhauchen. Wenn dahingegen der grandiose Denis Lavant (der geheimnisvolle Vierkleidungskünstler aus "Holy Motors") als Mystery Man in Erscheinung tritt, so hat man einfach das Gefühl, dass sich hier jemand in den falschen Film verirrt hat.

Fazit: Das Psychodrama "Boris sans Béatrice" funktioniert gut als Drama, jedoch nur bedingt als surreal angehauchte Parabel. Zu schlecht verbinden sich diese Elemente zu einem Ganzen und zu banal erscheint die Moral der Geschichte.




Filminfos & CreditsAlles anzeigen

Land: Kanada
Jahr: 2015
Genre: Drama, Komödie
Länge: 93 Minuten
Regie: Denis Côté
Darsteller: James Hyndman als Boris, Simone-Elise Girard als Beatrice, Denis Lavant als l'Inconnu

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