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Kritik: Early Man - Steinzeit bereit (2016)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

"Early Man" ist der neue Film von Nick Park, der mit seinen Knet-Animationswerken "Wallace & Gromit" internationale Kassenhits und Kritikererfolge feiern konnte. Zehn Jahre liegt sein letzter Stop-Motion-Film ("Wallace & Gromit – auf Leben und Brot") nun zurück, mit dem 50 Millionen Dollar teuren "Early Man" feiert Dug nun sein Comeback. Für die englische Synchronfassung konnte er eine ganze Reihe prominenter Sprecher gewinnen, darunter Eddie Redmayne, Tom Hiddleston und Timothy Spall. Zum Soundtrack steuerten bekannte Bands wie die Kaiser Chiefs oder The Vamps rockige Klänge bei.

Geschickt verknüpfen Nick Park und sein Team im neuesten Streich der Aardman-Animationsstudios turbulente Slapstick-Elemente mit liebevoll umgesetzten Details, wichtigen Botschaften und klugen Anspielungen auf unsere gesellschaftlichen Missstände. Der Humor ist wie in allen Filmen Parks dabei ein zentrales, wichtiges Element, in "Early Man" dominieren klar die actionbetonten Slapstick- sowie Kick-and-Run-Momente. So z.B. während der Fußballspiele, im rasanten Finale im Stadion der Bronzemenschen oder auch in Szenen, in denen die sympathische Hauptfigur ganz allein mit – unfreiwilligem – Körpereinsatz (Stichwort: Seife) für Lacher und Abwechslung sorgt.

Apropos sympathisch: echte Sympathieträger sind zudem die Tiere, die oftmals nicht nur Mut und Kraft beweisen sondern auch so einiges abkönnen. Bestes Beispiel: Dug liebenswürdiges Wildschwein Hognob, das sich zum heimlichen Helden entwickelt. Unterschwellig macht Park darüber hinaus in "Early Man" auch auf so manch Ungerechtigkeit und "steinzeitlichen" Missstand unserer heutigen Zeit aufmerksam. Wenn z.B. die weibliche Hauptfigur des Films, die toughe Goona, trotz ihrer Fähigkeiten am Ball nicht bei den Bronze-Männern mitkicken darf, dann ist das eine überdeutliche Anspielung auf die nach wie vor bestehende Ungleichbehandlung von Mann und Frau im Jahre 2018. Und das, freilich nicht nur im Sport.

Und zuletzt überzeugt "Early Man" noch durch seine wichtigen, sozialverträglichen Botschaften, die den Film gerade für die jüngeren Zuschauer so empfehlenswert machen. Die Kernaussage: Zusammenhalt, Freundschaft und Teamfähigkeit zählen mehr und sind wichtiger als Egoismus, Eitelkeit und Selbstbezogenheit. Auf dem Platz und abseits des Sportfeldes.

Fazit: Differenzierter, turbulenter Knet-Spaß für Groß und Klein mit liebevoll umgesetzten Animationen, hintersinnigen Botschaften und intelligenten Anspielungen auf die Gender-Diskussion.




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