oder

Hedis Hochzeit (2016)

Inhebek Hedi

Tunesisches Drama von Mohamed Ben Attia aus dem Jahr 2016 mit Majd Mastoura.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4.0 / 5

Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 2 Besucher eine Bewertung abgegeben.


Das Leben von Hedi, einem jungen Tunesier, verläuft in geordneten Bahnen. Überraschungen, so glaubt er, wird es keine mehr geben. Denn die Zukunft ist so, wie andere sie für ihn planen. Seine Mutter zum Beispiel, die stets ihre schützenden Arme über ihn ausbreitet und mit dazu beigetragen hat, dass er niemals einen eigenen Willen ausprägen konnte. Oder sein Chef, der ihn nach seiner Pfeife tanzen lässt. So kommt es auch, dass Hedi ausgerechnet in der Woche vor seiner Hochzeit auf Dienstreise nach Mahdia muss. Die Familie wird sich schon um alles kümmern, schließlich hat die Mutter auch die Braut ausgewählt. Doch plötzlich geschieht etwas, womit niemand gerechnet hätte: Hedi lernt im Hotel in Mahdia die junge Rim kennen und verliebt sich in sie...

Bildergalerie zum Film

Hedi - Hedi (Majd Mastoura) und Rym (Rym Ben Messaoud)Hedis Hochzeit - Hedi (Majd Mastoura) und Rym (Rym...trandHedis Hochzeit - Hedi (Majd Mastoura) und Rym (Rym...bevorHedis Hochzeit - Hedi (Majd Mastoura)Hedis Hochzeit - Hedi (Majd Mastoura) auf dem SofaHedis Hochzeit - Hedi (Majd Mastoura) denkt bei...nach


Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse3 / 5

Schon von den ersten Bildern an ist klar: Hedi steckt fest. Der Protagonist dieses ruhigen, unaufgeregten und unspektakulären Dramas kann weder etwas mit seiner Arbeit anfangen (er zieht sich immer erst so spät wie möglich um, wenn er bereits im Auto sitzt), noch mit seinem Privatleben, durch das er sich still mit dem geringstmöglichen Widerstand hindurchlaviert.

Regisseur und Drehbuchautor Mohamed Ben Attia schildert einen Selbstfindungsprozess, der durch die Bekanntschaft mit einer vitalen, Funken sprühenden Hotelanimateuse beschleunigt wird. Bei Rim zeigt Hedi erstmals, dass er über ein Rückgrat verfügt - sein uneingefordertes Geständnis, sie belogen zu haben, führt die Beiden auf unerwartete Weise zusammen und fordert Hedi heraus. Wird er die Konsequenzen aus der neuen, ihn belebenden Liebe ziehen und sein altes Leben samt seiner nichts ahnenden Braut Khedija verlassen?

Es ist weiß Allah keine bahnbrechende Geschichte, die erzählt wird und die man in Variationen nicht schon gesehen hat - und auch keine, die nur in diesem Kulturkreis geschildert werden könnte. Und Attia macht auch keine Anstalten, sie mit Politik und Geschichte aufzuladen. Der Arabische Frühling wird kurz thematisiert, bildet aber höchstens ein Hintergrundrauschen in einer Welt, in der Hedi für eine französische Firma Autos verkaufen und Rim vor deutschen Touristen tanzen muss. Doch auch dank der überzeugenden Schauspieler fiebert man doch mit Hedi mit - wie wird seine Entscheidung ausfallen, welchen Weg wird er gehen, welche Hindernisse werden ihm dabei noch in den Weg rollen? Dabei vermeidet der Film angenehm Schuldzuweisungen und verzichtet auf das Überzeichnen von Hedi's Mutter und Bruder. Ein Richtig oder Falsch kann es hier nicht geben, sondern nur eine Entscheidung für oder gegen einen bestimmten Lebensweg, der von Tradition und Mentalität sicherlich mitgeprägt wird und von denen man / Hedi sich nicht so leicht freisprechen kann, wie vielleicht gedacht.

Fazit: Ein angenehm unaufgeregtes, gut gespieltes Drama, das inhaltlich nicht überrascht, aber dennoch für das Schicksal der Titelfigur einzunehmen vermag.




TrailerAlle anzeigen

Zum Video: Hedis Hochzeit

Filminfos & CreditsAlles anzeigen

Land: Tunesien
Jahr: 2016
Genre: Drama
Länge: 88 Minuten
Kinostart: 22.09.2016
Regie: Mohamed Ben Attia
Darsteller: Majd Mastoura als Hedi, Rym Ben Messaoud als Rym, Sabah Bouzouita als Baya
Verleih: Arsenal

Verknüpfungen zum FilmAlle anzeigen

Berlinale Palast
News
Berlinale: "Fuocoammare" gewinnt Goldenen Bären
Deutscher Beitrag "24 Wochen" geht leer aus
Midnight Special mit Michael Shannon
News
Tagebuch Berlinale 2016: "Midnight Special" am Mittag
2. Tag: Freundlicher Applaus und erstes Schnarchen




Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.